Timberwolf mit Jungtier

Eifel

Auf dem Gerolsteiner Felsenpfad zu den Wölfen

    Ein paar Tage frei und schönes Wetter war angesagt? Also Zelt eingepackt und nichts wie ab in die Eifel – ein Ziel, das ich schon länger im Visier hatte und nun endlich einmal besuchen konnte. Eine Wanderung, die ich mir ausgesucht hatte, war der Gerolsteiner Felsenpfad. Das ist einer von vielen Vulkaneifel-Pfaden, die Tour ist mit ca. acht Kilometern nicht wirklich lang, trotzdem verbrachte ich aufgrund der Sehenswürdigkeiten einen Tag auf der Runde – eine prima Entschleunigung vom Alltag.

    Startpunkt war im Zentrum von Gerolstein, Parkmöglichkeiten gab es in der Brunnenstraße in der Nähe des Bahnhofs. Aber Achtung: Es gibt dort kostenpflichtige als auch viele kostenlose Parkplätze. Von dort ging es einige Meter nach Westen und über die Brücke Richtung „Eifelkaserne“. Dort bekam ich dann auch das Vulkaneifel-Wegzeichen, das den Wanderweg markiert, zum ersten Mal zu Gesicht.

    Aufstieg zur Munterley

    Das erste Ziel war die Munterley, eine aus Dolomit bestehende Felsformation. Vor etwa 400 Millionen Jahren befanden sich an dieser Stelle Kalkriffe in einem Meer. Diese bilden nun den Grundstock des Wahrzeichens von Gerolstein. Von dem Aussichtspunkt auf dem Plateau schweifte mein Blick über den Ort und die Umgebung.

    In der Buchenloch-Höhle

    Nach einer kleinen Rast wanderte ich weiter zur Buchenloch-Höhle. Eine Informationstafel vor Ort erläuterte die Entstehung und die Geschichte. Sie ist begehbar und es lohnte sich, eine Taschenlampe mitzunehmen. So konnte ich auf meiner Entdeckungstour in die Höhle auch den hintersten Winkel erkunden.

    Ehemaliger Vulkankrater Papenkaule

    Ich verließ den Wald und vor mir breitete sich die Papenkaule aus, einem Krater eines einstigen Vulkans, der noch vor ca. 10.000 Jahren aktiv war. Es lohnte sich der Abstecher in die Mulde. Die Besonderheit war, dass die Lava nicht aus dem Schlot quoll, sondern seitlich zu Tage trat und ins Tal der Kyll floss. So konnte sich auch kein Kegel bilden, heute ist eine Senke im Gelände zu sehen.

    Vulkanische Gesteine

    Es ging nun wieder ein Stück zurück und weiter auf dem Gerolsteiner Felsenpfad. Das nächste Ziel war der Geoacker am Kasselburger Hahn. Bevor ich diesen jedoch erreichte, passierte ich nach dem Überqueren der Straße einen Aussichtspunkt, von dem ich in den Berg hineinschauen konnte. An dieser Stelle wurde früher in einer sogenannten Lavagrube das Gestein abgebaut. Schön erkennt man hier die verschiedenen Schichten. Am Geoacker sind verschiedene Gesteine zu sehen und ihre Eigenschaften werden erläutert, im Tal sieht man das Gerolsteiner Maar.

    Abstecher zum Adler- und Wolfspark

    Im weiteren Verlauf der Wanderung kam ich dann aus dem Wald heraus. Ein absolut lohnenswerter Abstecher bot sich hier an: etwa 300 Meter den Hang hinunter befindet sich die Kasselburg mit dem Adler- und Wolfspark.

    Ich kam zur Mittagszeit an und verpasste dadurch leider die Flugvorführung und die Wolfsfütterung am Vormittag. Daher beschloss ich, die Nachmittagsvorführung um 15 Uhr abzuwarten und in der Zwischenzeit gemütlich durch die Anlage zu schlendern und den einen oder anderen Schnappschuss einzufangen.

    Rehe tummelten sich auf einer Wiese. Und hatte ich doch tatsächlich das Glück, einen vier Wochen alten Welpen bei den Timberwölfen zu sichten. Aufgrund der Jahreszeit hatten auch die Wildschweine Nachwuchs und es tummelten sich viele Frischlinge im Gehege.

    Die Zeit nutze ich auch, um die Kesselburg selbst zu erkunden, vom Aussichtsturm blickte ich weit über die Landschaft und hinab auf das Gelände des Parks.

    Schließlich war es soweit: Die Flugvorführung dauerte dann etwa eine halbe Stunde und ich bekam viele verschiedene Greifvögel, wie z.B. Gänsegeier, einen Schwarzmilan und eine Schleiereule, zu sehen. Leider war die Thermik nicht so toll, so dass die Vögel nicht gleiten konnten.

    Außerhalb des kostenpflichtigen Geländes befand sich eine Gaststätte, auch innerhalb des Parks war für das leibliche Wohl gesorgt.

    Römischer Tempelbezirk

    Nach dem Besuch des Tierparks wanderte ich weiter auf dem Felsenpfad. Die nächste Sehenswürdigkeit ließ dann auch nicht lange auf sich warten: Der Judenkirchhof, der etwas hundert Meter abseits des Wanderwegs liegt. Dabei handelt es sich um eine ehemalige römische Tempelanlage aus dem 2. Jahrhundert.

    Der weitere Weg führte nun teils steil hinab nach Gerolstein. Dort führte mich der Wanderweg über die Bahnstrecke und die Kyll. Nun musste ich noch ein Stück der Durchgangsstraße folgen und gelangte wieder zum Parkplatz in der Brunnenstraße.

    Obwohl als Halbtagestour geplant, war ich insgesamt sieben Stunden unterwegs. Die vielen Sehenswürdigkeiten und vor allem der Wildpark brauchten Zeit. Alles in allem war es eine gelungene Tour, die ich wärmstens empfehlen kann.

    Karte, Höhenprofil und GPS-Track

    Länge: 8,1 km, An-/Abstieg: 245 m