Prebischtor

Edmundsklamm und Prebischtor

Nach den ersten fünf Etappen auf dem Malerweg hatte ich zwei Pausentage eingeplant. Einen der Tage nutzte ich, um in der Böhmischen Schweiz diese Wanderung zu absolvieren.

Meine Tour begann bereits in Schmilka, leider bekam ich an der Rezeption bezüglich einer Busverbindung die Information, dass keine grenzüberschreitende Verbindung existierte. Tatsächlich fuhr der Sächsisch-Böhmische Nationalpark-Express, der von Königstein kommend über Schmilka nach Hřensko fährt – das sah ich aber erst unterwegs, als der Bus an mir vorbeifuhr.

Also ging ich die etwa zwei Kilometer von Schmilka entlang der Straße über die Grenze nach Hřensko. Dort lief ich an der Kamnitz entlang. Die vielen Händler am Straßenrand öffneten gerade ihre Geschäfte. Bald erreichte ich den Eingang zu den Klammen und folgte dem gelben Balken in die Edmundsklamm. Beeindruckende Sandsteinwände ragten zu beiden Seiten der Schlucht auf, ich würde der Klamm auch das Attribut „wildromantisch” geben.

Zwischendurch führt der Weg auch durch den einen oder anderen Tunnel, der in den Sandstein geschlagen wurde. Nach einer Weile gelangte ich an den Bootsanleger. Die Kamnitz wurde aufgestaut, damit die Bootsfahrt möglich ist. Die Fahrt dauerte 20 Minuten, der Bootsführer erklärte die Namen verschiedener Felsformationen und einige Erzählungen in zwei Sprachen und auch ein Wasserfall rauschte nach Aufforderung herab. 

Doch auch diese unterhaltsame und kurzweilige Bootsfahrt endete und so ging ich zu Fuß weiter. Ich lief an der Brücke nach Mezná vorbei und gelangte in die Wilde Klamm. Auch hier stand bald nun eine Bootsfahrt an, die diesmal 15 Minuten dauerte. Wieder auf eigenen Füßen unterwegs ging es weiter und an einer Abzweigung mit dem blauen Balken hinauf nach Mezní Louka. Nach dem Trubel in den Klammen war es auf diesem Weg um einiges ruhiger.

In Mezní Louka orientierte ich mich nun an dem roten Balken Richtung „Pravčická brána”. Zu Beginn kamen mir einige Wandergruppen entgegen, dann wurde es deutlich ruhiger. Bald betrat ich auf dem schönen Gabrielensteig die I. Zone des Nationalparks und Felsen säumten den Weg. Wenige Minuten später ist rechts des Wegs der Morsche Kopf zu sehen, ein tolles Fotomotiv. Unterwegs standen Tafeln, die über den Nationalpark, die Geologie und über Flora und Fauna informierten.

Immer wieder passierte ich mächtige Sandsteinriffe, wie die Flügelwände. Nach einer scharfen Kurve erblickte ich den Zuckerhut. Links davon türmten sich hohe Felswände auf, oberhalb derer die deutsch-tschechische Grenze verläuft und die vom Großen Winterberg abfallen.

Wenige Minuten später gelangte ich zu einem Aussichtspunkt mit einem tollen Blick in den Prebischgrund und zum Hohen Schneeberg. Nicht mehr lange und ich erreichte die Abzweigung hinauf zum Prebischtor. Der Zugang zu den Aussichtspunkten und den Bereich unterhalb des Felsentor sind kostenpflichtig, aber lohnenswert. Hier könnte ich auch die Spezies der Selfiestangenträger beobachten, besuchten doch einige Asiaten das Tor und filmten sich selbst davor.

Nach einem längeren Aufenthalt am Prebischtor ging es wieder hinab zur Abzweigung und mit dem roten Balken Richtung „Hřensko”. Der Wanderweg führte nun bergab, vorbei an Sandsteinwänden und dem Olgasturz. Hier fiel die Gräfin Olga von Chotek im August 1872 nach einem Ausritt zum Prebischtor vom Pferd, ohne sich jedoch zu verletzen. Zur Erinnerung an dieses herausragende Ereignis befindet sich ein Gedenkbild an dieser Stelle. Nach einer Weile gelangte ich zur Straße und folgte dieser nach Hřensko und lief von dort wieder zurück nach Schmilka.

Karte, Höhenprofil und GPS-Track

Länge: 16,6 km, An-/Abstieg: 405 m