Skulptur „Bauernopfer”

Eppinger-Linien-Weg 1. Etappe: Von Eppingen nach Sternenfels

Chartaque und Bauernopfer

Der Eppinger-Linien-Weg erhielt im Januar 2017 erstmalig das Gütesiegel „Qualitätsweg Wanderbares Deutschland”. Zeit, sich auf die Tour zu machen, vor allem, da ich diesen Weg schon länger im Blick hatte.

Der Eppinger-Linien-Weg führt größenteils an dieser alten Verteidigungslinie entlang.

Gegenüber des Bahnhofsgebäudes in Eppingen erwartete mich bereits der Wegweiser zum Eppinger-Linien-Weg. 23 km zeigt er bis Sternenfels an. Doch zuvor schweifte mein Blick über die Elsenz zum historischen Stadtkern von Eppingen.

Zu Beginn führt der Wanderweg ein Stück durch den Ort. An der Langenberghohle tauchte ich zum ersten Mal in die Geschichte der Eppinger Linien ein, eine Infotafel erläutert die Hintergründe. Unterwegs werde ich noch einige weitere Infotafeln passieren.

Einige Minuten später breitete sich vor mir das sanft geschwungene Hügelland des Naturparks aus, nicht umsonst wird diese Region auch Land der 1000 Hügel genannt. Im Wald verläuft der Weg entlang von alten Schanzen, diese wurden meist ohne geeignetes Werkzeug, teils mit bloßen Händen von den Bauern der Umgebung errichtet, die Frondienste leisten zu hatten.

Bald gelangte ich zur Himmelsleiter, davor befindet sich eine rekonstruierte Palisade, wie sie gegen Ende des 17. Jahrhunderts ausgesehen haben könnte. Die Himmelsleiter führt den Berg auf Stufen hinauf, vor allem im oberen Abschnitt wurde es mir schnell warm.

Doch nun führt der Weg auf der Höhe entlang, ein Abstecher brachte mich zum Kraichgaublick, an dem ich meine erste Pause machte. Der Name versprach nicht zu viel, blickt man doch gen Norden: Eppingen und auch der Kompass des Kraichgaus, die Burg Steinsberg, waren zu sehen.

Zurück auf dem Eppinger-Linien-Weg ging es nun auf einem Pfad durch den Wald, Vogelgezwitscher begleitete mich an diesem schönen Frühlingstag.

Nach dem Überqueren einer Straße steht einige Meter entfernt die Nachbildung einer Chartaque, eines Wachturms aus der damaligen Zeit. Leider trübten Motorsägen in der Nähe den Genuss des Bauwerks. Überhaupt schien es ein Tag zu sein, der sich anbot, für den nächsten Winter vorzusorgen, denn immer wieder passierte ich einige Holzverwerter auf dem Forstweg.

In der Nähe der Kopfrainhütte befinden sich im Wald einige Hügelgräber, die auch heute noch im Gelände sichtbar sind. Bald führte mich ein Abstecher zu einem Rastplatz und Aussichtspunkt etwas abseits des Weges. Da ich nun doch schon drei Stunden unterwegs war, gab es hier die Mittagspause.

Wieder zurück auf dem Weg führt mich das Wegzeichen wieder auf einen schönen Pfad. Beim Überqueren einer Straße konnte ich im Südwesten bereits das Ziel der heutigen Teilstrecke erkennen, den Schlossbergturm oberhalb von Sternenfels.

Ich tauchte wieder in den Wald ein, der Pfad führt entlang der ehemaligen Schanze, der als tiefer Graben zu erkennen ist. Entlang von Obstwiesen gelangte ich zur Skulptur Bauernopfer, einem überdimensionierten Schachspiel, das symbolisch für den Umgang der Obrigkeit mit den Bauern in der damaligen Zeit steht.

Der Eppinger-Linien-Weg verläuft nun entlang der ehemaligen badisch-hessischen Grenze, erkennbar an den alten Grenzsteinen. An einer Abzweigung zeigt ein Wegweiser hinauf zum ehemaligen Standort einer Chartaque, die Gräben sind noch gut zu erkennen. Kurz darauf gelangte ich zur Skulptur „Weitblick”. Diese besteht aus zwei großen Spiegeln, die sich drehen lassen und die Umgebung widerspiegeln. Am dortigen Aussichtspunkt schweifte mein Blick über die Weinberge bei Kürnbach.

Das folgende Wegstück führt längere Zeit durch Wald, erst hinab und dann wieder hinauf zum Leonberger Sportplatz. Nun ist es nicht mehr weit bis zum Ziel, ein Wegweiser zeigt noch knapp 4 km an. Entlang von blühenden Apfelbäumen erreichte ich die Skulptur „Mühsal”.

Bald sah ich wieder den Turm bei Sternenfels vor mir, es geht über eine Straße in den Wald und nach Sternenfels. Nun führt der Weg im Ort hinauf und am einer Abzweigung hoch zum Schlossbergturm. Gegen einen geringen Obulus besteht die Möglichkeit, den Schlüssel für den Aufstieg auf den Turm zu erhalten. Der Blick hinab zur Stadt und auf die Umgebung ist lohnenswert.

Nach diesem Abstecher ging es hinab nach Sternenfels. An der Kirche endet diese Etappe, meine Übernachtungsmöglichkeit, das Gasthaus Krone, war bereits in Sichtweite.

Karte, Höhenprofil und GPS-Track

Länge: 21,7 km, Anstieg: 390 m, Abstieg: 245 m