Skulptur Verhack

Eppinger-Linien-Weg 2. Etappe: Von Sternenfels nach Mühlacker

Verhack und Palisaden

Die zweite Etappe startete ich bei strahlend blauem Himmel an der Kirche in Sternenfels. Der Wanderweg führt ein Stück oberhalb des Ortes entlang, bevor er wieder nach Sternenfels hinab und in den Wald geht. Auch heute begleitete mich wieder lauter Vogelgesang. Ab dem Waldweiher ging es aufwärts und an Obstwiesen vorbei zur Skulptur „Verhack”.

Bald ging es kräftig den Scheuelberg aufwärts. An einem Aussichtspunkt schweifte der Blick auf Maulbronn und bis zu den Höhen des Schwarzwalds. Ich wanderte wieder den Berg hinab. Nun folgte eine längere Strecke durch den Wald.

Am Wegrand befindet sich die Skulptur „Natura - Frieden”, und tatsächlich war es hier, abgesehen von Vogelgezwitscher, still. Direkt hinter der Installation befindet sich die Eppinger Linie, die als Graben gut im Gelände erkennbar ist.

Der Pfad vollführte noch einen kleinen Schlenker durch den Wald, bevor es hinab nach Maulbronn und zum ehemaligen Zisterzienserkloster ging. Dieses erreichte ich nach drei Stunden Wanderung genau zur Mittagszeit.

Kloster Maulbronn

Das ehemalige Kloster Maulbronn gilt als am besten erhaltene mittelalterliche Kloster nördlich der Alpen und ist seit 1993 UNESCO-Weltkulturerbe. Es wurde im 12. Jahrhundert vom Zisterzienserorden gegründet und entwickelte sich schnell zu einem Zentrum der Region. Im Bauernkrieg von 1525 plünderten Aufständische das Kloster. Der Augsburger Religionsfrieden von 1555 gab dem Herzog von Württemberg das Recht, das Bekenntnis seiner Untertanen zu bestimmen. Da das Herzogtum in der Zwischenzeit protestantisch war, wurden die Mönche nicht mehr geduldet. Das Kloster wurde in eine Schule umgewandelt.

N 49° 0.054', E 8° 48.719'

Nach ausgiebiger Besichtigung des Geländes folgte ich wieder dem Eppinger-Linien-Weg in den Wald. Angesichts der warmen Temperaturen tat der Schatten der Bäume gut, auch ein kleines Lüftchen kam auf.

Nach einem Parkplatz ging es auf einen Pfad, ein Palisadenabschnitt wurde rekonstruiert, der allerdings bereits Lücken hatte. Nun folgte eine der schönsten Abschnitte der zweiten Etappe, der Eppinger-Linien-Weg führt an dem gut erhaltenen Wall entlang. Unterwegs kam ich an einem ehemaligen Standort einer Chartaque vorbei, die umgebenden Gräben sind im Gelände gut sichtbar. Auf dieser Strecke kann man ermessen, was für eine Aufwand es gewesen sein muss, diese Schanzen ohne ausreichende Hilfsmittel auszuheben.

Bald zeigte ein Hinweisschild zur Sternschanze. Die Anlage ist noch gut zu erkennen, sie wurde allerdings erst nach Friedensschluss fertiggestellt. Kurz darauf erreichte ich eine rekonstruierte Chartaque mit einer Palisade. Von hier sah ich bereits das nahe Etappenziel Mühlacker. Nicht weit entfernt befindet sich die Ausstellung von großformatigen Bildern, die die Skulpturen der zurückliegenden Wegstrecke abbildeten.

Der Wanderweg führte ein letztes Mal am Graben entlang. Schließlich ging es aus dem Wald heraus und auf einem Schotterweg nach Mühlacker und zum Bahnhof. Hier endete die zweite Etappe des Eppinger-Linien-Wegs.

Fazit

Die ersten beiden Etappen des Eppinger-Linien-Wegs sind berechtigerweise als „Qualitätswanderweg Wanderbares Deutschland” ausgezeichnet. Der Weg verläuft häufig auf Pfaden entlang der ehemaligen Schanzen, die Skulpturen nehmen die Geschichte der Eppinger Linien sehr gut auf und die Infotafeln geben den geschichtlichen Hintergrund wieder. Unterwegs schweift der Blick immer wieder über die Landschaft des Naturparks Stromberg-Heuchelberg. Die Streckenführung ist gelungen, damit ist die Wanderung ist aus meiner Sicht sehr zu empfehlen.

Der Eppinger-Linien-Weg verläuft als „normaler” Wanderweg weiter bis nach Weißenstein bei Pforzheim.

Karte, Höhenprofil und GPS-Track

Länge: 18,8 km, Anstieg: 255 m, Abstieg: 330 m