Ehemaliges Bad

Eppinger-Linien-Weg 3. Etappe: Von Mühlacker nach Dillweißenstein

Schanzen und Villa rustica

Vom Eppinger-Linien-Weg ist hauptsächlich die Strecke von Eppingen nach Mühlacker bekannt – ist dieser Verlauf doch als „Qualitätsweg Wanderbares Deutschland” ausgezeichnet. Doch es gibt ein weiteres Teilstück des Wanderwegs, der von Mühlacker bis Dillweißenstein bei Pforzheim verläuft.

Auf dieser Etappe befinden sich unterwegs Infotafeln, die über den historischen Hintergrund der Eppinger Linien und Besonderheiten in der nahen Umgebung Auskunft geben.

Der Tour beginnt am Bahnhof in Mühlacker. Zu Beginn folgte ich der Markierung des Schwarzwald-Nordrandwegs, bis ich an der Fußgängerzone auf die stilisierte Chartaque, der Markierung des Eppinger-Linien-Wegs, traf. Es ging noch ein Stück durch den Ort. Der erste Höhepunkt ist die Burgruine Löffelstelz oberhalb des Ortes. Leider ist diese nur an Sonntagen zwischen 14 und 17 Uhr geöffnet, doch ein Blick durch das Tor war möglich.

Der Wanderweg verläuft nun oberhalb von Lomersheim entlang und am Burgstumpen vorbei. Ebenso wie die Löffelstelz wurde diese Anlage in die Überwachung der Eppinger Linien integriert. Es ging über die Enz und auf dem Damm entlang in den Wald. Vom Waldrand schweifte mein Blick bei strahlendem Himmel über das Enztal und Lomersheim. Im Wald traf ich auch zum ersten Mal auf diesem Teilstück wieder auf die alte Wallanlage. Der Eppinger-Linien-Weg führt nun einige Kilometer im Wald und am Waldrand entlang, teils auch an den alten Schanzen der Verteidigungslinie vorbei. Diese musste von der anliegenden Bevölkerung als Fronarbeit unter widrigen Verhältnissen und ohne geeignetes Werkzeug errichtet werden.

An Streuobstwiesen vorbei gelangte ich in das Kirnbachtal und an der Bräuningsmühle vorbei. Nun wanderte ich wieder bergan und über einen kleinen Abstecher zum nächsten Highlight der Tour, der rekonstruierten Chartaque oberhalb von Niefern. Eine Chartaque diente zur Verteidigung und Bewachung der Schanzanlagen, diese Rekonstruktion ist allerdings nicht standortgetreu.

Nun folgte wieder eine längere Waldstrecke und erreichte den ehemaligen römischen Gutshof im Kanzlerwald. Ich war begeistert von der Größe des Areals und der interessanten Informationen innerhalb des Geländes. Das Anwesen stammte vermutlich aus dem zweiten Jahrhundert und bestand aus acht Gebäuden, die eine Mauer umgab. Es lag an der römischen Fernstraße von Straßburg nach Cannstatt. Die Anlage wurde zwischen 1967 und 1976 restauriert.

Der Weg wurde nun urbaner und führte entlang des Pforzheimer Stadtteils Haidach. Doch es dauerte nicht lange, bis ich wieder in den Wald eintauchen konnte. Ich passierte die Bismarckskanzel, ein Fels am Wegrand mit verschiedenen Inschriften, und wanderte hinab ins Würmtal. Nun erfolgte ein letzter Berganstieg hinauf auf den Erzkopf und zum Sternplatz. Der Weg führte nun wieder langsam abwärts und ein letztes Mal an der Schanze entlang. Nach dem Überqueren der Straße gelangte ich zu den kümmerlichen Resten der Burg Hoheneck, hier endet auch der Eppinger-Linien-Weg. Die Verteidigungsanlagen gegen das Franzosenheer führten als Schwarzwaldlinien weiter nach Süden.

Auf dem Mittelweg (rote Raute mit weißem Balken) gelangte ich hinab nach Dillweißenstein und lief über die Bogenbrücke zum Bahnhof Weißenstein.

Fazit

Im Gegensatz zu den ersten beiden Etappen auf dem Eppinger-Linien-Weg ist die Strecke von Mühlacker nach Dillweißenstein nicht mehr Bestandteil des Qualitätswanderwegs. Dies merkte ich an einigen Stellen, wo Markierungen fehlten und ich froh war, auf den GPS-Track zurückgreifen zu können. Diese Teilstrecke ist mit 30 Kilometern recht lang und nur für sportliche Wanderer an einem Stück zu empfehlen. Ich benötigte für die Strecke etwa neun Stunden. Für Genusswanderer bietet sich an, die Tour in Niefern oder Öschelbronn zu unterbrechen.

An der Hoheneck angekommen befindet sich in der Nähe eine Bushaltestelle mit Verbindung zum Hauptbahnhof. Alternativ besteht die Möglichkeit, hinab nach Dillweißenstein zu laufen und dort den Bus zu nehmen oder mit der Nagoldtalbahn zum Hauptbahnhof zu fahren.

Karte, Höhenprofil und GPS-Track

Länge: 30,3 km, Anstieg: 695 m, Abstieg: 605 m