Festung Hohentwiel

Hegau

Mägdeberg, Hohenkrähen und Hohentwiel

    Der Hegau liegt im Süden von Baden-Württemberg, nicht weit entfernt vom Bodensee, und weist einige markante Vulkankegel auf. Die beschriebene Streckenwanderung führt auf 13 km zu drei dieser ehemaligen Schlote, auf denen heute noch Burgruinen thronen. Der bekannteste dieser Berge ist der Hohentwiel bei Singen.

    Ich startete die Tour bei strahlendem Sonnenschein am Bahn-Haltepunkt Mühlhausen. Dort ging es von Gleis 1 mit der gelben Raute links die Straße entlang Richtung „Hohentwiel/Singen”. Diesem Wegzeichen folgte ich durch den Ort und hinauf zu einem Wegkreuz. Dort angekommen führte mich die grüne Raute weiter bergan zu einem Parkplatz auf der Anhöhe. Ein Abstecher brachte mich zur Burgruine Mägdeberg.

    Burg Mägdeberg

    Mit der Errichtung der Burganlage wurde vermutlich im Jahre 1235 durch die Abtei Reichenau begonnen, die erstmalige urkundliche Erwähnung datiert aus dem Jahre 1240. In den folgenden Jahrhunderten wechselte die Burg mehrmals die Besitzer und wurde zweimal zerstört und wiederaufgebaut. Der endgültige Abbruch der Burg Mägdeberg begann Anfang des 18. Jahrhunderts.

    N 47° 48.327', E 8° 47.859'

    Von der Anlage aus konnte ich bereits die nächsten Ziele sehen: den Offerenbühl mit Gipfelkreuz und den markanten Hohenkrähen.

    Panoramablick vom Offerenbühl

    Nach der Besichtigung der Burgruine wanderte ich wieder hinab zum Wegkreuz und folgte weiter der grünen Raute. Nach einem kleinen Anstieg bot sich ein Abstecher hinauf auf den Offerenbühl an, als Gipfelstürmer nahm ich die Gelegenheit natürlich wahr. Von dort schweifte mein Blick zurück zum Mägdeberg und über die Landschaft des Hegau.

    Wieder auf dem Wanderweg schien mir das nächste Ziel, der Hohenkrähen, bereits zum Greifen nahe. Doch vorher musste ich im Wald ein Stück abwärts zu einer Weggabel unterhalb des Bergkegels. Von dort gelangte ich nach einem kräftigen Anstieg auf einem gesicherten Steig hinauf zur Burgruine Hohenkrähen.

    Burg Hohenkrähen

    Der Hohenkrähen wurde wahrscheinlich schon in vorgeschichtlicher Zeit besiedelt – darauf deuten archäologische Funde hin. Die Burg selbst wurde Ende des 12. Jahrhunderts erbaut. Mitte des 15. Jahrhunderts wurden von ihr Raubzüge auf Schweizer Gebiet durchgeführt. 1512 wurde die Anlage schließlich nach einer dreitägigen Belagerung eingenommen und im Anschluss geschleift. Später wurde sie wieder aufgebaut, brannte aber im Dreißigjährigen Krieg 1634 nieder und ist seitdem Ruine.

    N 47° 47.908', E 8° 49.22'

    Nach der wohlverdienten Rast und dem Rundblick ging es wieder hinab zur Weggabel. Dort folgte ich einem Wegweiser Richtung „Hohentwiel/Singen”. Bevor ich in den Wald hinein wanderte, warf ich einen Blick zurück und sah den Hohenkrähen in voller Pracht.

    Es folgte ein Stück an einer Straße entlang, immer der grünen Raute. Bald querte ich die Autobahn auf einer Brücke und richtete mich schließlich nach der gelben Raute zum Hohentwiel. Die Besichtigung der Festungsanlage auf dem Berg ist kostenpflichtig. Ich gönnte mir den Eintritt und erkundete die imposante Festungsanlage.

    Festung Hohentwiel

    Auf dem Hohentwiel, auch als „König der Hegauvulkane” bezeichnet, befindet sich eine der größten Festungsanlagen des Landes. Bereits im 10. Jahrhundert wurde eine Befestigung auf dem Berg erwähnt. Ab dem 16. Jahrhundert wurde das Areal von den Württembergern zur Festung ausgebaut und wiederstand im Dreißigjährigen Krieg (1618-1648) fünf Mal einer Belagerung. Sie diente in der Folgezeit als Staatsgefängnis und wurde zu Beginn des 19. Jahrhunderts geschleift. Vom Hauptmannsturm bietet sich ein toller Blick über die Region bis zum Bodensee und bei guter Sicht bis zu den Schweizer Alpen an. Am Hohentwiel befindet sich außerdem der höchstgelegene Weinberg Deutschlands.

    N 47° 45.877', E 8° 49.136'

    Um nicht denselben Weg hinunterzugehen, ließ ich kurz nach dem Alexandertor eine Abzweigung rechts liegen (von der ich auf dem Hinweg gekommen bin) und folgte dem Fahrweg (gelbe Raute) geradeaus zurück zum Parkplatz. Unterwegs hatte ich bei einem Blick zurück eine schöne Sicht auf die Festungsanlage. Die grüne Raute leitete mich hinter dem Hotel/Restaurant die Stufen abwärts und nach Singen. Am Bahn-Haltepunkt Landesgartenschau endete schließlich diese Wanderung.

    Karte, Höhenprofil und GPS-Track

    Länge: 13,0 km, Anstieg: 365 m, Abstieg: 385 m