Rotenfels

TourNatur Salinental

Auf den Rotenfels und zum Rheingrafenstein

Trotz Regenwetters am frühen Samstagmorgen machte ich mich auf die Fahrt nach Bad Münster am Stein. Unterwegs regnete es immer wieder kräftig, doch am Bahnhof am Zielort angekommen verzogen sich die Wolken und die Sonne kam heraus. So machte ich mich auf die TourNatur Salinental, einem Premiumwanderweg, der zum Rotenfels und zur Ruine Rheingrafenstein führte.

Am Bahnhof ging ich zunächst Richtung Zentrum/Stadtmitte, in die Kurhausstraße und am Kurhaus vorbei. Am Ufer der Nahe traf ich auf das Wegzeichen der TourNatur, dem ich nach rechts Richtung Traisen folgte.

Steinernes Buch

Zu Beginn führt der Weg am Ufer des Flusses entlang und an einem Parkplatz vorbei. Bevor es über die Nahe geht, lohnt sich ein Abstecher einige Meter nach rechts zum einem steinernen Buch. Dabei handelt es sich um ein Kunstwerk, das aus Labradorit mit blauem Auge erstellt wurde. Je nach Blickwinkel und Lichteinfall erscheinen Teile des Steins metallisch-blau.

Von der Friedensbrücke war bereits der gewaltige Abbruch des Rotenfels zu sehen. Es handelt sich dabei um die größte Steilwand zwischen den Alpen und Skandinavien, die 1200 Meter lang und bis zu 202 Meter hoch ist. Das Gestein besteht aus Ryolith, das vor etwa 270 bis 260 Millionen Jahren durch vulkanische Aktivität entstand. Die Wand selbst grub die Nahe über Jahrtausende in den Fels.

Auf dem Rotenfels

Nach einem weiteren Überqueren des Flusses ging es stetig aufwärts – zu Beginn langsamer, später steil über Stufen hinauf. Aufgrund der hohen Luftfeuchtigkeit war das eine schweißtreibende Angelegenheit. Oben angekommen schweifte mein Blick über das Nahetal mit Bad Münster-Ebernburg und dem Rotenfels. Im weiteren Verlauf führte der Weg nun auf der Höhe entlang zur Bastei, einem gemauerten Aussichtspunkt mit einem Kreuz. Ich blickte erneut hinab auf den Ort und entlang der Felsabbruchkante. Der Weg ging nun entlang der Kante entlang. Unterwegs sah ich eine Felsnadel aus dem Gestein ragen.

Kurz darauf war auch der höchste Punkt der Felswand erreicht, wo sich erneut ein grandioser Blick bot – eine Panoramatafel macht die Identifizierung einzelner Punkte auch für Ortsunkundige (wie mich) einfach.

Ab jetzt wanderte ich wieder hinab, teils durch Wiesen und teils durch Wald. Unterwegs schreckte ich am Waldrand ein Reh auf, das geschwind im Dickicht verschwand. Nachdem auf dem Rotenfels doch viele Menschen unterwegs waren, ging es nun wieder ruhig zu und ich war mit meinen Gedanken alleine. Unterwegs lud mich eine Schutzhütte zu einer Rast mit einem schönen Blick auf Bad Kreuznach ein.

Gradierwerk Karlshalle

Kurz darauf führt das Wegzeichen in Kehren den Berg in die Stadt hinab. Dort überquerte ich ein weiteres Mal die Nahe und erreichte die Karlshalle, ein Gradierwerk.

Am Ufer des nahen Flusses befand sich ein Refugium für die seltene Würfelnatter, die mit 90 Zentimeter Länge doch recht stattlich ist. Leider sah ich keine der Reptilien.

Nach dem Überqueren der Bahnstrecke wanderte ich bald darauf in den Wald hinein – und zur Abwechslung einmal wieder aufwärts. Nach einer Weile gelangte ich auf einen Pfad, der sich am Hang entlang schlängelte und immer wieder Ausblicke auf Bad Kreuznach, das Salinental und Bad Münster bot. Der Pfad führte mich weiter bergan zur Gans, einem Aussichtspunkt hoch über dem Nahetal.

Von hier sah ich bereits das nächste Ziel der Wanderung, den Rheingrafenstein. Der Name „Gans“ hat übrigens nichts mit dem gleichnamigen Tier zu tun, sondern kommt vermutlich von dem keltischen Namen für Geröllhalde. Auf dem höchsten Punkt blies ein starker Wind, so dass ich nicht lange verweilte sondern mich an den Abstieg durch den Wald zum Rheingrafenstein machte.

Rheingrafenstein

Der Rheingrafenstein besteht ebenso wie der Rotenstein aus Porphyr-Gestein. Vermutlich im 11. Jahrhundert errichteten hier die Nahegaugrafen die gleichnamige Burg, erstmals urkundlich erwähnt wurde sie im 13. Jahrhundert. Wie viele andere Burgen im Südwesten wurde die Anlage im Dreißigjährigen Krieg 1688 von französischen Truppen zerstört.

Nach einer längeren Pause und einer Besichtigung des Areals wanderte ich bergab zur Nahe. Dort fuhr eine kleine Bootsfähre, mit der ich nach Bad Münster übersetzte. Das Boot wurde von einem Fährmann per Hand über ein Seil auf die andere Seite gezogen. Am anderen Ufer angekommen bot sich ein traumhafter Blick auf den Rheingrafenstein.

Entlang des Flusses ging es wieder zum Einstiegspunkt der TourNatur und von dort durch die Kurhausstraße zum Bahnhof. Für die knapp 17 km lange Runde benötigte ich etwa sieben Stunden.

Karte, Höhenprofil und GPS-Track

Länge: 15,2 km, An-/Abstieg: 435 m

Weitere Informationen

Bei Anfahrt mit dem Auto gibt es zwei Möglichkeiten, sein Vehikel abzustellen: Zum einen auf dem Parkplatz an der Karlshalle in Bad Kreuznach, zum anderen am Parkplatz am Ortausgang von Bad Münster Richtung Norheim. Hier befindet sich auch eine Wandertafel, die über den Rundweg informiert.