Aussicht auf die Mosel bei Sierck-les-Bains

Traumschleife Schengen grenzenlos

Von Schengen auf den Stromberg

Im Vorfeld meiner Wandertour auf dem Saar-Hunsrück-Steig erwanderte ich die Traumschleife Schengen grenzenlos. Direkt an meiner Unterkunft in Perl (Zur Maimühle) startete der Zuweg zu diese Runde, der mich zunächst über die Brücke nach Schengen in Luxemburg führte.

Im Zeichen Europas

Am Ufer der Mosel befanden sich zwei Segmente der Berliner Mauer und Fototafeln mit den Etappen der Europäischen Union. Auf einem Platz waren alle Flaggen der EU-Mitgliedsländer aufgeständert, dahinter mehrere Säulen mit den Europa-Sternen. Diese waren liebevoll mit Details der Mitgliedsländer ausgeführt. Das Denkmal wurde anlässlich des 25jährigen Jubiläums des Schengener Abkommens errichtet.

Ich folgte weiter dem Zuweg am Europäischen Museum und dem Schengener Schloss vorbei den Berg hinauf. Inzwischen hatte sich der Himmel zugezogen und es fing an zu regnen. Bald erreichte ich den „offiziellen” Startpunkt am Waldrand. Eine Infotafel zeigte mir alle wichtigen Infos der Wegstrecke an: Höhenprofil, Verlauf und Position im „Traumschleifenland”.

Gipsabbau am Stromberg

Zunächst wanderte ich auf dem Teerweg an Weinlagen vorbei. Der leichte Sommerregen tröpfelte auf meinen Regenschirm und die Landschaft duftete nach frischem Regen. Es dauerte nicht lange und ich gelangte zum ersten Höhepunkt der Strecke – der Eingang zu einer alten Gipsmine. Dieser war gesperrt, eine Tafel verriet mir aber einiges über den Abbau des Gesteins. In den 1920er Jahren wurde damit begonnen, Gips am Stromberg abzubauen, der von guter Qualität war. Nach etwa 30 Jahren wurde der Abbau wieder eingestellt. Allerdings blieb der Bau von Stollen nicht ohne Konsequenzen: Die Stollen brachen mit der Zeit ein, auf dem Plateau des Strombergs bildeten sich tiefe Spalten, teilweise mussten Ackerflächen aufgegeben werden. Zusätzlich geriet der Osthang des Bergs ins Rutschen.

Grenzüberschreitung

Nun endete auch der Asphalt und es ging auf einem Pfad in den Wald hinein. Den Regenschirm konnte ich nun wieder wegstecken, das Blätterdach über mir hielt die Regentropfen ab. Ich passierte einen weiteren ehemaligen Zugang zur Mine. Bald eröffnete sich mir der Blick auf die Mosel, hier überschritt ich die luxemburgisch-französische Grenze.

Die Traumschleife leitete mich an Weinbergen entlang, zwischendurch naschte ich immer wieder an den reifen Trauben, die prall an den Rebstöcken hingen. Ich war für mich alleine und konnte die Ruhe genießen, nur gedämpft drangen die Zivilisationsgeräusche aus dem Moseltal zu mir herauf.

Dolomit-Steinbrüche

Nach einer Weile führte mich der Wanderweg auf einen tollen Trail in den Wald hinein. Doch leider war dieser viel zu kurz, er führte auf eine Straße – was für ein Kontrast. Dafür entschädigte mich das Zirpen der Grillen am Wegrand für den Untergrund. Ich erblickte auf der anderen Moselseite die Burg Sierck. Doch nun ging es wieder aufwärts und unterhalb der Dolomitabbrüche entlang, die mich doch sehr beeindruckten: Ich konnte mich an den gelben Felsen nicht satt sehen, die sich meterhoch auftürmten, teils lagen Felsbrocken am Fuß der Steilkante. Einige Höhlen gab es auch, das Betreten war allerdings verboten, da das Gestein doch recht instabil ist – eine Folge des Gipsabbaus.

Panoramablick über das Moseltal

Noch ein kleiner Anstieg auf einem schönen Pfad und ich erreichte die Aussichtspunkte auf dem Stromberg – ein herrlicher Panoramablick auf das Moseltal und die Landschaft der Umgebung erwartete mich: Ein schöner Platz für eine Rast.

Nach der längeren Pause führte mich der Wanderweg steil hinab. An einer Abzweigung absolvierte ich einen kleinen Abstecher zur Kapelle, ein schönes stilles Plätzchen, das mich etwas zum Innehalten einlud.

Die Traumschleife verlief oberhalb von Contz-les-Bains vorbei, in der Ferne ragten die Schornsteine des Kraftwerks auf, der weiße Wasserdampf, den sie entließen, war ein interessanter Kontrast zu den dunklen Wolken. Doch nun ging es noch einmal schweißtreibend aufwärts und auch die Sonne kam wieder zum Vorschein. Auf dem Stromberg erwartete mich ein grandioses Wolkenpanorama, teilweise regnete es in der Ferne.

Ich tauchte wieder in den Wald ein. Das letzte Highlight der Runde war ein Aussichtspunkt mit Blick hinab nach Perl, Sehndorf und Apach. Das letzte Stück ging es nun bergab, zwischen den Bäumen schimmerte das Band der Mosel hindurch. Ich gelangte wieder zum Startpunkt der Traumschleife, nun war es nur noch ein kleines Stückchen nach Schengen.

Karte, Höhenprofil und GPS-Track

Länge: 6,9 km, An-/Abstieg: 210 m