Aussicht vom Turm auf Durlach und die Rheinebene

Schwarzwald-Nordrandweg 3. Etappe: Von Langensteinbach nach Karlsruhe-Durlach

Kapellenruine St. Barbara und Turmberg

Die letzte Etappe auf dem Schwarzwald-Nordrandweg begann ich nicht am S-Bahn-Haltepunkt in Langensteinbach, sondern fuhr eine Station weiter zur Haltestelle „St. Barbara“. Aufgrund der Kürze des letzten Teilstücks wollte ich noch einen Abstecher zur einer alten Kapellenruine unternehmen.

Am Haltepunkt folgte ich zunächst der gelben Raute und am Waldrand der blauen Raute aufwärts. Kurz darauf ragte bereits schon die Kapellenruine St. Barbara vor mir auf. Eine Wendeltreppe führte mich auf den ehemaligen Kirchturm mit Blick auf Langensteinbach hinauf.

Barbarakapelle

Mönche des Klosters Herrenalb errichteten um das Jahr 1330 die Barbarakapelle. In der Kapelle befand sich ein Bildnis der heiligen St. Barbara, das angeblich Wunder bewirken sollte. Daher entwickelte sich der Ort Mitte des 15. Jahrhunderts zum Wallfahrtsort. Ende des 16. Jahrhunderts verloren die Wallfahrten aufgrund der Reformation an Bedeutung und die Kapelle verfiel. Im 17. Jahrhundert wurde sie wieder aufgebaut. Während des Pfälzischen und Spanischen Erbfolgekriegs wurde die Barbarakapelle beschädigt, schließlich aufgegeben und als Steinbruch verwendet. Im Jahre 1797 wurde der Turm der Kapelle erneuert, 1903 folgte das ganze Gebäude. Seit 1966 ist der Turm wieder für die Öffentlichkeit zugänglich.

N 48° 54.365', E 8° 29.788'

Von der Aussichtsplattform konnte ich ein weiteres Bauwerk in unmittelbarer Nähe erblicken: die ehemalige Burg Langensteinbach. Natürlich machte ich nach der Besichtigung der Kapellenruine einen Abstecher hinab zu den rekonstruierten Resten der Burganlage.

Burg Langensteinbach

Errichtet wurde die Burg Langensteinbach um das Jahr 1100 als Turmburg. Sie wurde teilweise durch einen Brand zerstört, beim folgenden Wiederaufbau legte man einen Graben um die Anlage an. Sie wurde im 13. Jahrhundert bereits wieder aufgegeben.

N 48° 54.35', E 8° 29.831'

Ich folgte dem unmarkierten Pfad unterhalb des Burgareals und auf einem Weg wieder hinab in den Ort. Entlang der Durchgangsstraße und der Speicherstraße gelangte ich schließlich zum Rathaus, an dem ich wieder auf den Schwarzwald-Nordrandweg traf. Ich lief einige Minuten durch Langensteinbach, am Ortsrand tauchte der Weg in den Wald ein. Hohe Fichten reckten sich zwischen den anderen Bäumen in die Höhe. Verschiedene blühende Pflanzen wuchsen am Wegrand, wie Löwenzahn und Knoblauchsrauke. Eine Hummel sammelte fleißig Pollen.

Längere Zeit lief ich auf dem Schotterweg. Entlang eines kleinen Bachs ging es langsam aufwärts. Bienen wurden von den Blüten des Löwenzahn angezogen und ein kleiner weiß-orangefarbener Schmetterling, ein Aurorafalter, flatterte am Wegrand entlang. Auf einer Anhöhe passierte mich eine Kutsche, mein Blick fiel auf die Berge des Nordschwarzwalds. Leider ließ sich die nahe Autobahn gut vernehmen. Ich passierte eine Grillhütte, an diesem Ostermontag war bereits einiges los – leider lag auch viel Müll herum.

Ich unterquerte die Autobahn und wanderte in den Wald hinein. Inzwischen hatte sich ein Wolkenband vor die Sonne geschoben. Ein Lehrpfad begleitete mich ein Stück durch den Stupfericher Gemeindewald. Er war schön gemacht, verschiedene Vogelarten wurden beschrieben und zu jedem Exemplar war ein Gelege vorhanden.

Offene Passagen und Wald wechselten sich ab, meine Gedanken trieben umher, wahrend ich Stupferich, einen Ortsteil von Karlsruhe, umlief. Unterwegs verpasste ich mal wieder eine Abzweigung, doch ein Blick auf das GPS-Gerät zeigte mir meinen Irrtum an. Ein komfortabel eingerichtetes Insektenhotel befand sich am Wegrand. Waldmeister, Storchschnabel und Walderdbeere blühten am Wegrand.

Der Schwarzwald-Nordrandweg führte mich schließlich erneut am Waldrand entlang, die Sonne kam wieder heraus. Ein Rastplatz kam mir gelegen, ich blickte auf Stupferich und die umliegende Kulturlandschaft.

Wieder unterwegs passierte ich Grenzsteine mit dem badischen Wappen und erreichte den Thomashof. Eine Skulptur befand sich am Wegrand. Im Wald passierte ich den Lehrwald Rittnert, eine Infotafel wies mich auf fremdländische Baumarten hin. Nach einer längeren Waldpassage erreichte ich den Rittnerthof. Bei dem warmen Wetter war hier doch einiges los.

Auf einem schönen Weg entlang laufend blickte ich ins Pfinztal, das die Grenze zum Kraichgau bildet. Ich gelangte zum Schützenhaus und einige Minuten später auf den Turmberg.

Turmberg-Ruine

Die Burg auf dem Turmberg (einst Burg Hohenberg) genannt, wurde in der zweiten Hälfte des 11. Jahrhunderts errichtet. Bereits 1279 wurde die Anlage zerstört. Mitte des 16. Jahrhunderts war nur noch der Bergfried vorhanden, der heute als Aussichtsturm dient.

N 48° 59.813', E 8° 29.132'

Ein Aussichtsturm befindet sich hier, natürlich erklomm ich die engen Stiegen hinauf auf die Plattform und wurde mit einem tollen Blick belohnt: Vogesen, Pfälzerwald, Rheinebene und Odenwald mit Königstuhl und Melibokus waren gut zu sehen. Karlsruhe lag zu meinen Füßen.

An der Bergbahn führte mich der Wanderweg viele Treppen hinab nach Durlach. An der Talstation vorbei erreichte ich die Straßenbahn-Haltestelle, an dem der Nordrandweg endet. Ich lief entlang der Gleise durch die Durlacher Fußgängerzone und am Schloss vorbei zum Bahnhof in Durlach.

Karte, Höhenprofil und GPS-Track

Länge: 15,6 km, Anstieg: 215 m, Abstieg: 335 m