Blick über die Mosel nach Luxemburg

Seitensprung Wehrer Rosenberg

Idyllisches Helterbachtal und Moselblicke

    Direkt am Bahnhaltepunkt in Wehr beginnt die Tour „Wehrer Rosenberg”, ein Seitensprung – so werden die Rundwanderwege genannt, die sich in der Nähe des Moselsteigs befinden. Diese kurze Runde absolvierte ich an einem Nachmittag Anfang September, nachdem ich vorher die Traumschleife Wein- und Naturpfad Palmberg Ahn gelaufen bin und noch Lust auf eine weitere Wanderung hatte.

    Ich folgte unterhalb des Bahnstation der „empfohlenen Laufrichtung” am Moselufer entlang. Es dauerte nicht lange und ich unterquerte die Bahnstrecke oberhalb des Helterbachs. Kurz darauf teilte sich die Markierung: Die Runde stellt nämlich eine flache Acht dar, hier treffen sich die Wege. Ich richtete mich nach dem Wegweiser in Richtung „Helfanter Mühle” und lief kräftig hinauf. Nachdem es am Vormittag noch sonnig war, zogen sich nun dunkle Wolken zusammen und es begann leicht zu regnen. Durch das Blätterdach im Wald kamen allerdings nur wenige Tropfen bei mir an.

    Der erste kleine Höhepunkt war eine frühmittelalterliche Befestigung, der Wall ist heute noch im Gelände zu sehen. Es folgte eine längere Waldpassage, die mich zur Helfanter Mühle brachte. Das letzte Stück begleitete mich auch der Moselsteig. Das Wegzeichen führte mich nun hinunter zum Spirzinger Bach, auf Steinblöcken unterquerte ich die Bundesstraße – kein alltäglicher Wanderweg. Das Wegzeichen leitete mich nun durch das Helterbachtal wieder in den Wald hinein.

    Nun begann ein weiteres Highlight: Der Streckenabschnitt am Helterbach entlang. Zunächst überquerte ich ein Viadukt, der Bach hatte sich tief in das Gestein eingegraben. Es war herrlich, auf dem Pfad zu wandern: Efeubewachsene Baumstämme und moosüberzogene Steine und Äste säumten den Weg, Schlingpflanzen umgarnten die Bäume, das Murmeln des Bachs begleitete mich – leider auch der Lärm der nahen Straße. Unterwegs lud mich ein Rastplatz zur Pause ein, im Bachbett standen Steinmännchen.

    Doch auch dieses idyllische Fleckchen verließ ich nach einer Weile und gelangte wieder zur Kreuzung, diesmal ging es den Weinberg auf einem „Klettersteig” hinauf – so die Ankündigung in der offiziellen Wegbeschreibung. Der Weg war schmal, und zwei Leitern waren hilfreich beim Anstieg. Doch dieser währte nicht lange und ich erreichte auf der Höhe den Aussichtspavillon mit einem tollen Blick über die Mosel und die Luxemburgischen Weinlagen. Nun kam auch wieder die Sonne heraus, eine Weile genoss ich die Wärme und die Aussicht.

    Wieder unterwegs leitete mich der Seitensprung an einer Liegebank vorbei – auch hier konnte ich nicht widerstehen und genoss einige Zeit das Panorama. Doch schließlich raffte ich mich wieder auf und lief hinab zum nahen Bahnhaltepunkt, den ich nach drei Stunden auf dieser schönen und kurzweiligen Runde wieder erreichte.

    Karte, Höhenprofil und GPS-Track

    Länge: 4,7 km, An-/Abstieg: 110 m