Säulen der römischen Villa

Mullerthal Trail Route 1 Etappe 2

Hierberbësch und Römervilla

Nach der ersten Etappe auf dem Mullerthal Trail am Vortag nahm ich auch gleich die zweite Etappe in Angriff. Aufgrund der angekündigten sommerlichen Temperaturen bis 31° nahm ich am frühen Sonntag Morgen den ersten Bus nach Moersdorf. Direkt an der Bushaltestelle steht ein in Stein gemeißelter Wolf, der Méischdrefer Wollef. Die Figur erinnert an der Lehrer Wilhelm Courte, der 1810 von der Oberbehörde abgesetzt wurde und ein Spottlied, das „Wollefslidd”, verfasste und in der ganzen Umgebung verteilte. Dadurch erhielten die Moersdorfer den Spitznamen „Méischdrefer Wëllef”. Mit der Zeit wurde aus dem Spottnamen ein Symbol, mit dem sich die Einwohner noch heute mit Stolz bekennen.

Ich begann die Tour gegen 7.30 Uhr und folgte dem blauen Fähnchen bergan zum Einstieg in den Mullerthal Trail, den ich am Vortag hier verlassen hatte.

Der Weg führte weiter aufwärts und an alten, bemoosten Steinmauern vorbei. Bald kam ich aus dem Wald heraus und war froh, dass ich bereits so früh gestartet bin: Es war bereits ziemlich warm und die Sonne schien unbarmherzig herab. Ich passierte einige Windräder, von der Hochebene schweifte mein Blick über die Umgebung. Unterwegs überflog mich ein motorisierter Gleitschirmflieger. Schließlich erreichte ich Mompach.

Nach dem Verlassen des Ortes führte der Mullerthal Trail wieder in den schattigen Wald. Nach einer Weile ist Herborn mit der imposanten Kirche zu sehen, den Ort erreichte ich einige Minuten später. Nun war bereits die Hälfte der Wegstrecke geschafft – bisher ohne größere Sehenswürdigkeiten, dafür schöne Aussichten.

Durch den Urwald von Morgen

Nach dem Verlassen von Herborn wanderte ich in den Hierberbësch hinein. Ein Teil des Areals ist ein Naturwaldreservat, hier wird nicht in den Bestand eingegriffen und der Wald kann sich zu einem Urwald entwickeln. Ein Wegweiser zeigte mir einen Abstecher zu einer Liegebank an, über Holzbohlen ging es dorthin. Ich machte eine längere Rast, mich umgab vielstimmige Vogelgesänge und ich döste dabei auch etwas ein – ein herrliches Plätzchen.

Irgendwann machte ich mich dann wieder auf den Weg, der Mullerthal Trail führte nun auf den nächsten Kilometern recht ereignislos durch den Wald. Schließlich wanderte ich bergab zum Echternacher See, den ich nach etwa sechs Stunden unterwegs erreichte. Auch hier legte ich eine längere Pause ein und schaute dem Treiben zu Lande und auf dem Wasser zu.

Römische Villa von Echternach

Der nächste Höhepunkt lag nicht weit entfernt: die Reste einer römischen Villa, die ich auf einem kleinen Abstecher erreichte. Neben der Villa Haselburg im Odenwald war die Anlage das beeindruckendste römische Anwesen, das ich bisher besucht habe. Auch hier verbrachte ich einige Zeit, schaute mich um und las die vielen interessanten Tafeln. Das Anwesen wurde 1975 bei Bauarbeiten entdeckt, nach 15 Monaten war das Herrenhaus freigelegt.

Wieder zurück auf dem Wanderweg führte er mich durch Echternach, zunächst am Lauterbronnerbaach entlang, dann an der Hauptstraße. Ich gelangte zum Marktplatz und machte eine kleine Runde zur Basilika. Schließlich ging es durch die Fußgängerzone zum Busbahnhof, an der diese Etappe endete.

Karte, Höhenprofil und GPS-Track

Länge: 19,9 km, Anstieg: 415 m, Abstieg: 405 m