In der Hohllay

Mullerthal Trail Route 2 Etappe 1

Wolfsschlucht, Hohllay und Eulenburg

Nach den sommerlichen Temperaturen am Vortag war es heute deutlich kühler und angenehmer. Wie auch die Route 1 begann die Route 2 am Busbahnhof in Echternach. Der Weg führte zunächst hinauf zum Aussichtspunkt Trooskneppchen mit einem tollen Blick auf Echternach.

Grandiose Wolfsschlucht

Es dauerte nicht lange und ich erreichte den ersten Höhepunkt: die Wolfsschlucht. Steil abfallenden Wände formen diese Schlucht, die ein enges Tal bildet, der Wanderweg ging hinab und gleich wieder viele Stufen aufwärts. Als Wanderer hat man das Gefühl, man taucht direkt in die Felsen ein, einfach grandios. Direkt nach der Schlucht führte mich ein Abstecher hinauf zur Paulsplatte mit Blick in das Tal der Sauer.

Wanderspaß im Labyrinth

Der weitere Weg führt an Felswänden vorbei und durch den Wald zum Labyrinth: Der Mullerthal Trail bahnt sich seinen Weg zwischen Felsblöcken hindurch, ein toller Abschnitt. Wenige Minuten später kam der Perekop ins Blickfeld, ein hoher Felsen direkt an der Straße. Durch eine Kluft ging es auf Stufen und Leitern hinauf zu einem Aussichtspunkt. Just zu diesem Zeitpunkt strahlte die Sonne direkt in die Felsspalte hinein.

Die Hohllay – eine künstliche Höhle

Wieder zurück auf dem Mullerthal Trail gelangte ich bald zur Hohllay, einer künstlichen Sandsteinhöhle. Hier haben bereits die Römer Steine für ihre Gebäude gebrochen. Im Mittelalter waren die Mühlen des Klosters Oeren bei Trier verpflichtet, nur Mühlsteine zu verwenden, die hier gebrochen wurden. In direkter Nachbarschaft befindet sich auch das Amphitheater. Nun dauerte es nicht mehr lange nach Berdorf. Der Wanderweg führte durch den Ort und wieder in den Wald hinein. Ich wanderte durch ein tolles Felsental und machte einen kleinen Abstecher zur und in die Hölle, einer engen und langen Felsspalte. Einige große Spinnen bevölkerten das Dunkel.

Überall faszinierende Felsgebilde

Bald ging es durch den Binzeltschlüff und zum Predigtstuhl. Der Weg verlief nun eine Felsspalte hinauf. Auf der Höhe absolvierte ich mal wieder einen Abstecher, diesmal zu einem Aussichtspunkt oberhalb vom Predigtstuhl mit Blick auf Beaufort. Nachdem ich bereits vier Stunden unterwegs und es bereits Mittagszeit war, bot es sich hier an, eine Pause zu machen.

Zurück auf dem Mullerthal Trail wanderte ich durch die Werschrummschlüff. Es folgte nun ein munteres Auf und Ab, an hohen Felswänden vorbei, durch Felsspalten und unter Felsblöcken hindurch.

Nach einer Weile sah ich über mir die Räuberhöhle, die ich mit einer Taschenlampe erkundete. Kühle Luft und fette Spinnen erwarteten mich auch hier. Anschließend wanderte ich hinab nach Müllerthal. Da es erst kurz nach ein Uhr war und die Etappe am nächsten Tag recht lang werden würde, lief ich noch ein Stück weiter. Es ging durch den Ort und am Campingplatz vorbei zum Schiessentümpel, einem kleinen Wasserfall. Hier fand gerade eine Foto-Session statt, zwei gestylte Frauen standen auf den Felsen oberhalb des Wasserfalls und ließen sich in diversen Posen ablichten. Doch ein paar Minuten später war die Schusslinie auch für mich frei.

Der Mullerthal Trail führte mich nun aufwärts und durch die beeindruckende Eulenburg, durch die sich der Pfad windet. Ein kleiner Abstecher führte mich hinauf auf das Plateau, das jedoch keine Aussicht bot.

Der nächste Höhepunkt ließ dann nicht lange auf sich warten: Die Goldfralay. Auch hier handelt es sich um einen großen Sandsteinfelsen, durch eine enge Kluft und vielen Stufen gelangte ich auf das Felsplateau. Auch hier gab sich keine Aussicht, dafür drei Brücken und eine Bank. Diese nahm ich für eine kleine Rast in Beschlag.

An der Goldkaul vorbei – den Felsen fand ich nun nicht so beeindruckend – erreichte ich einen Parkplatz. Nun dauerte es nicht mehr lange und ich verließ den Mullerthal Trail und wanderte mit dem Wegzeichen C1 hinauf nach Consdorf und fuhr mit dem Bus nach tollen und ereignisreichen 7½ Stunden zurück nach Echternach.

Karte, Höhenprofil und GPS-Track

Länge: 17,8 km, Anstieg: 475 m, Abstieg: 310 m