An der Raumünzach

Murgleiter 3. Etappe: Von Forbach nach Schönmünzach

Schwarzenbach-Talsperre und der Murg-Leiter

Die kürzeste Etappe auf der Murgleiter führte größtenteils durch den Wald und auch ein Stück durch den Nationalpark Schwarzwald. Das beeindruckendste Bauwerk auf der Teilstrecke war die Staumauer der Schwarzenbachtalsperre, die hoch das Tal abschloss. Mein persönliches Highlight war allerdings eine schöne Rastmöglichkeit auf Felsen direkt an der Raumünzach. Auf dem Weg zum Etappenziel in Schönmünzach lernte ich noch den Murg-Leiter kennen.

In Forbach lief ich vom Bahnhof zunächst auf der überdachten historischen Holzbrücke über die Murg und durch Forbach.

Historische Holzbrücke Forbach

Im Jahre 1570 zerstörte ein Hochwasser die einzige Brücke über die Murg in Forbach. Daraufhin wurde die Brücke wieder errichtet, der Bau einer hochwassersicheren Brücke wurde jedoch immer dringlicher. Es dauerte jedoch über 200 Jahre bis eine entsprechende Brücke erbaut wurde, im Jahre 1778 wurde die neue überdachte Holzbrücke dem Verkehr übergeben. Überquerte man die Brücke wurde ein Brückenzoll fällig, der für den Unterhalt der Brücke verwendet wurde. 1954 wurde diese wegen Baufälligkeit abgebaut und ein Jahr später originalgetreu neu errichtet.

N 48° 40.664', E 8° 21.682'

Die ersten Höhenmeter konnte ich nun bereits in Angriff nehmen. Die dritte Etappe war „nur“ 17 Kilometer lang, ein Spaziergang im Gegensatz zu den ersten beiden Teilabschnitten. Meter um Meter ging es in die Höhe. Unterwegs konnte ich Blicke auf die umliegenden Berge erhaschen. Schließlich war es erst einmal geschafft, das Wegzeichen der Murgleiter führte mich auf der Höhe entlang. Es war angenehm ruhig, eine Taube gurrte, Insekten summten und ein leichter Wind glitt durch die Blätter der Bäume. Unterwegs passierte ich ein Wasserschloss mit Rohrbahn, Bestandteil der Wasserkraftanlage, zu der auch die Schwarzenbachtalsperre gehört.

Ein Pfad leitete mich hinab zur Schwarzbachtalsperre, leider war die Staumauer wegen Instandhaltungsarbeiten nicht zugänglich. Aber auch so konnte ich das imposante Bauwerk in Augenschein nehmen. Entlang der Mauer wanderte ich hinab und durch das schöne Schwarzbachtal, das sich bereits zu Teilen im Nationalpark Schwarzwald befindet.

Schwarzenbachtalsperre

Mit dem Bau der Schwarzenbachtalsperre wurde 1922 begonnen und nach vierjähriger Bauzeit beendet. Dabei wurde neben der Rodung des Walds drei Häuser abgerissen und der Boden bis auf den Granit abgetragen. Liegt ein Überschuss bei der Erzeugung von Elektrizität vor (meist in der Nacht), wird Wasser von der tiefer gelegenen Murgtalsperre in Kirschbaumwasen in die Schwarzenbachtalsperre gepumpt. Herrscht ein Energiemangel wird das Wasser aus der Talsperre zur Stromgewinnung über Turbinen geleitet.

Ein 1,7 Kilometer langer unterirdischer Druckstollen leitet das Wasser vom Stausee zu einem Wasserschloss. Von dort wird das Wasser über eine oberirdische Druckrohrleitung von 900 Metern Länge zu den Turbinen im Krafthaus Forbach geführt.

N 48° 39.273', E 8° 19.8'

Idyllisches Plätzchen an der Raumünzach

Eine Blindschleiche bewegte sich träge über den Weg. Ich passierte Erbersbronn und folgte dem Weg oberhalb der Raumünzach entlang – der Bach rauschte laut, selbst vom Hang floss das Wasser herab. Und dann fand ich den ultimativen Pausenplatz direkt auf Felsen am Wasser, Zeit für die Mittagspause.

Nach längerer Zeit des Müßigseins machte ich mich wieder auf den Weg, kurz nach meinem Pausenplatz wurde Wasser der Raumünzach für ein Kraftwerk abgezweigt. Die Markierung der Murgleiter führte mich wieder weg vom Bach und bergan. Die hellen Felsen des Steinbruchs auf der gegenüberliegenden Bergseite leuchteten in der Sonne. Ich blickte von der Höhe in das nun enge und gewundene Murgtal.

Besuch beim Murg-Leiter

An einem alten Baumstamm hatte jemand mit einigen Utensilien die Figur „Murg-Leiter“ kreiiert, die einfach so an einem Baumstamm hing. Ich wanderte nun auf der Höhe entlang, das Murgtal tief unter mir. Der Weg war nicht anspruchsvoll, nur Schotter, ich ließ meine Gedanken treiben. Nach einer Weile zeigte mir ein Wegweiser nur noch 1,6 Kilometer bis Schönmünzach an, meinem heutigen Etappenziel. Ein schöner Pfad leitete mich zu Beginn abwärts. Ich verpasste mal wieder eine Abzweigung, merkte das aber erst einige Höhenmeter tiefer. Ein Waldweg führte mich wieder in die gewünschte Richtung, er war zwar nicht auf der Karte des GPS-Geräts eingetragen – aber hey, was soll da schon schiefgehen. Na, zum Beispiel endete der Weg. Nun, noch 150 Meter bis zum markierten Wanderweg, also quer durch den Wald und das Unterholz. Da hatte ich mein Abenteuer.

Schließlich erreichte ich den markierten Wanderweg wieder und wurde mit einem herrlichen Blick auf Schönmünzach belohnt. Nun stand nur noch der Abstieg in den Ort an. Sechs Stunden nach dem Aufbruch erreichte ich den Bahnhof, an dem die dritte Etappe endete.

Karte, Höhenprofil und GPS-Track

Länge: 17,9 km, Anstieg: 795 m, Abstieg: 630 m