Grube Katharina I

Unterwegs am Donnersberg

Katharinengruben und Kupferberghütte

Am Donnersberg wurde einst Bergbau betrieben und verschiedene Erze abgebaut, davon zeugen heute noch Abraumhalden, Stollen und weitere Relikte aus dieser Zeit. Zentrum der Bergbauaktivität war im Südwesten bei Imsbach. Auf einer kleinen Wanderung durch dieses Gebiet lernten wir einiges über den Abbau und die Verarbeitung der Gesteine.

An einem herrlich sonnigen April-Sonntag unternahmen wir die Runde zu den ehemaligen Gruben bei Imsbach, auch diesmal begleitete mich Wanderreporterin Daniela, die diesen Bereich des Donnersbergs noch nicht kannte und ganz neue Seiten am höchsten Berg der Pfalz entdeckte. Startpunkt war am Parkplatz in Imsbach. Am Pfälzer Bergbaumuseum trafen wir auf die Markierung K-2, der wir zu Beginn folgten. Zunächst war jedoch ein kräftiger Anstieg durch den Ort angesagt, bevor es auf einem angenehm zu laufenden Weg am Hang entlang ging. Informationstafeln vermitteln unterwegs Wissen über die Bergbaugeschichte und die teilweise auch kläglichen Versuche, Erze abzubauen: Leider war nicht jede Sohle ergiebig genug für eine kommerzielle Ausbeutung.

In der Region um Imsbach wurden vor allem Mangan-, Kupfer- und Silbererze abgebaut. In der Grube Ida gewann man kupferhaltige Manganerze, das Erz (Manganoxid) wurde in der Nähe gewaschen und in Briketts gepresst. Anschließend erfolgte eine Trocknung im Ofen und wurde anschließend als Farberz veräußert.

In der Region um Imsbach wurden vor allem Mangan-, Kupfer- und Silbererze abgebaut. In der Grube Ida gewann man kupferhaltige Manganerze, das Erz (Manganoxid) wurde in der Nähe gewaschen und in Briketts gepresst. Anschließend erfolgte eine Trocknung im Ofen und wurde anschließend als Farberz veräußert.

Unterwegs begleitete uns an diesem Frühlingsmorgen lautes Vogelgezwitscher, das Gurren der Tauben und das Summen von Bienen und Hummeln. Bald passierten wir Rhyolith-Felsen, zunächst noch klein, später ragten sie viele Meter neben dem Weg auf. Die erste Grube namens Ida lag nun am Wegrand, eine Infotafel informierte uns über die Geschichte und auch die Begriffe aus dem Bergbau. Wer weiß zum Beispiel heute noch, was ein Kuxschein ist?

Das Gebiet um Imsbach ist nicht nur für den Erzabbau bekannt, sondern auch für seine Mineralienvielfalt: 100 verschiedene Sorten wurden zwischenzeitlich gezählt und immer wieder werden neue Minerale entdeckt. Exemplarisch sollen hier Azurit (ein blaues Kupferkarbonat) und Cuprit (Rotkupfererz) genannt werden.

Doch der erste große Höhepunkt ließ nun nicht mehr lange auf sich warten: die beiden Katharinengruben. 

In den Katharinengruben wurde Kupfer abgebaut. Sie gehören zu den ältesten Bergwerken des Imsbacher Reviers und zählten zu den ergiebigsten Abbaustätten. Der Abbau in der Grube Katharina I wurde bereits im 16. Jahrhundert begonnen. Anfang des 20. Jahrhunderts wurde die sogenannte Rollbahn gebaut, eine 1400 Meter lange Grubenbahn, mit der die Erze aus den Katharinengruben zur Kupfererzlaugerei am östlichen Ortsrand von Imsbach transportiert wurden. Dort wurde das Kupfererz zu Zementkupfer verarbeitet. Durch Einlegen von Eisen in eine Kupfersulfatlösung fällt elemantares Kupfer aus. Heutzutage ist die ehemalige Trasse noch im Gelände erkennbar, der Wanderweg führt teilweise auf ihr entlang.

Mächtige helle Abraumhalden kontrastieren mit den Felsen, die eine grünliche Färbung haben, und dem blauen Himmel. Zur ersten der beiden Gruben, Katharina I, auch Erbstollen Katharina genannt, konnten wir hinauflaufen. Inzwischen ist leider der direkte Zugang zum Bergbauareal durch einen Zaun versperrt, als ich vor vielen Jahren das erste Mal hier war, konnte man noch recht nahe heran gelangen. Aber auch so war die Grube sehr beeindruckend. Durch einen breiten Spalt konnten wir tief in den Berg schauen und die Stolleneingänge erkennen. Daniela war begeistert von den vielen Steinen und wollte am liebsten hierbleiben.

Wieder auf dem Weg passierten wir die Grube Katharina II, die leider nicht zugänglich ist. Kurz darauf zeigte uns eine Infotafel den Weg zum Bienstandstollen an, den man ein Stück hineingehen konnte. Hier wurde ehemals Rotkupfererz abgebaut.

Im Kupferberg fand man Jahr 1908 sogar ganz unerwartet Steinkohle: Beim Bau eines Erschließungsstollens zu einer Grube traf man überraschend auf einen Kohlenflöz. Man förderte auch tatsächlich die Kohle aus dem Berg, doch leider war diese von minderer Qualität und ließ sich nicht verkaufen, so dass 1921 der Kohleabbau wieder eingestellt wurde. Inzwischen ist auch klar, woher die Kohle kommt: Bei der Entstehung des Donnersbergs vor 285 Millionen Jahren quoll Magma aus dem Erdinneren empor und hat aus etwa 1000 Meter Tiefe eine große Gesteinsscholle mitgerissen.

Doch nun war der gemütliche Teil der Runde erst einmal vorbei, ein Pfad führt uns nun bergan. Von zwei Aussichtspunkten schweifte unser Blick über die Talweitung der beiden Katharinengruben, ein kontrastreicher Anblick und auch ein tolles Fotomotiv. Auf einem herrlichen Pfad am Hang entlang gelangten wir zu einem Rastplatz. Hier war die Ruhe nun vorbei, einige Wanderer gönnten sich eine Pause, doch auch wir fanden noch ein schönes Plätzchen mit Bank und Tisch und konnten den Ausblick gen Süden genießen: Über das Leininger Land bis zum Nordrand des Pfälzerwaldes. Winnweiler lag vor unseren Füßen in der Ebene. Hier verbrachten wir einige Zeit und ließen die Aussicht auf uns wirken.

Die nächste Grube war nicht weit, der Grüne Löwe. Leider war auch diese nicht zugänglich, also liefen wir nach kurzer Pause weiter. An einer größeren Kreuzung folgten wir dem blauen Punkt hinauf zur nahen Kupferberghütte. Eine grandiose Aussicht gen Westen erwartete uns. Die Hütte ist am Wochenende bewirtschaftet, wir gönnten uns Speis und Trank und genossen lange Zeit die Aussicht. Doch auch dieser Moment endete irgendwann und wir machten uns an den Abstieg nach Imsbach, wo diese tolle Runde wieder endete. Wir nahmen viele Eindrücke mit nach Hause.

Weitere Informationen zum Bergbau am Donnersberg erhält man auf der Website der Bergbau-Erlebniswelt Imsbach.

Nun erfolgt noch die Auflösung, was Kuxscheine sind: Diese wurden von der Bergbau-Gewerkschaft herausgegeben und waren Vorläufer der heutigen Aktien und somit Anteilsscheine an der Gewerkschaft. Doch im Unterschied zu Aktien mussten sich Kuxinhaber auch am Verlust einer Gewerkschaft beteiligen und sogenannte „Zubuße” zahlen.

Karte, Höhenprofil und GPS-Track

Länge: 5,8 km, An-/Abstieg: 170 m