Wegzeichen des Holzlandwegs

Holzlandweg

Heidelsburg, Holzlandbrunnen und Grauhansenfelsen

Als Holzland wird das Gebiet im westlichen Pfälzerwald zwischen den Flüssen Schwarzbach und Moosalb und der Frankenweide bezeichnet. Wie der Name aussagt, befindet sich in diesem Gebiet viel Holz, also Wald. Auch Rodungen im Mittelalter überstanden wertvolle Waldbestände. Der Holzlandweg führt auf 37 Kilometer durch die Region, vorbei an vielen Felsformationen, Bachläufen und durch einige Orte.

Aufgrund der Länge der Strecke ging es bereits um 8 Uhr am Bahnhof in Waldfischbach los – ich wollte den 37 Kilometer langen Wanderweg am Stück erwandern. Der Holzlandweg beginnt direkt am Bahnhof, zunächst wählte ich den Weg durch die Stadt. So hatte ich im letzten Abschnitt der Tour die Möglichkeit, bei Problemen die Tour abzukürzen und in Schopp oder Steinalben wieder in den Zug zu steigen.

Zu Beginn Frost und Schnee

Bei leichtem Frost und einigen Zentimetern Schnee leitete mich das rote H des Holzlandwegs durch den Ort. Schnell wurde mir warm, wanderte ich doch in Waldfischbach viele Treppenstufen aufwärts. Bald tauchte ich in den Wald ein, der Felsenpfad begeisterte mich gleich zu Beginn, macht er doch seinem Namen alle Ehre: Viele Felsen säumen den Weg, einige trugen Eiszapfen. Der erste Höhepunkt stand auch bald bevor: Nach einer halben Stunde gelangte ich auf einem kleinen Abstecher auf den verschneiten Galgenfels, von wo ich auf die Stadt hinabblickte.

Rutschiges Vergnügen

Der folgende Abstieg war aufgrund des feuchten Schnees recht rutschig. Zum Glück hatte ich meine Trekkingstöcke mitgenommen, diese gaben mir Halt. Der Schnee auf meinem Weg war bis auf wenige Tierspuren unberührt, es war ein Genuss, den Pfad zu laufen. Es ging nun längere Zeit durch den Wald, der Holzlandweg führte mich unterhalb des Gerstenfelses vorbei. Der Abstecher hinauf war lohnenswert, dicke Eiszapfen hingen vom Felsen herab. Die Markierung zeigte mir verläßlich den weiteren Weg und leitete mich zum Schwarzbachtalblick. Den Gedanken, auf den Felsen aufzusteigen und die Aussicht zu genießen, ließ ich aufgrund der Rutschigkeit auf dem Schnee schnell fallen.

Der folgende Abschnitt war nun auf Forstwegen recht unspektakulär, der Schnee knirschte unter meinen Schritten. Schließlich wanderte ich auf einen Pfad und erreichte eine Hütte, bereits zwei Stunden war ich unterwegs. Die erste Pause stand daher an: Ich schaute von der Hütte hinab auf Felsen, dahinter befinden sich die Reste der Heidelsburg.

Heidelsburg

Die Heidelsburg wurde vermutlich vor 350 n. Chr. als Verteidigungsanlage errichtet; möglicherweise geht eine äl­tere keltische Anlage voraus. Nach verschiedenen Funden (Inschrift und Grabplatte) handelt es sich um das älteste Indiz für Forstadministration in der Spätantike auf germanischem Boden. Von der weitgehend zerstörten Anlage sind nur noch Reste der Ringmauer und des Torbaus aus großen Sandsteinquadern übrig.

N 49° 16.062', E 7° 41.544'

Lange dauerte es nicht, dann erreichte ich das Steintor, das mächtige Sandsteinquader einst formten – heutzutage ist nur noch der untere Bereich zu sehen. Die Sonne lugte nun auch etwas schüchtern aus dem Dunst heraus, das Gezwitscher der Vögel umgab mich, leider war auch der Verkehr auf der Straße im Tal zu hören.

Nun stand ein Abstieg an, auf einem Pfad passierte ich das Felsbild, die Replik eines Reliefs aus Römerzeiten, das in den Stein eingelassen ist. Am Parkplatz im Schwarzbachtal konnte ich durch die Bäume bereits die Seelenfelsen erkennen, diese sollten der nächste Höhepunkt sein. Ein Forstweg führte mich aufwärts, eine Tierspur begleitete mich dabei.

Sperrung inklusive

Leider war der Pfad unterhalb der Seelenfelsen wegen brütender Vögel gesperrt. Immerhin konnte ich auf meinem weiteren Weg einen Blick von oben auf die Felsen erhaschen. Nach wenigen Minuten traf ich wieder auf den Holzlandweg. Nun kam auch richtig die Sonne heraus, blauer Himmel wölbte sich über mir. Ein weiterer Aufstieg stand an, der auch bald gemeistert war. Die Dinkelsberghütte auf der Anhöhe bot sich zur Rast an, hier entledigte ich mich auch zwei Kleiderschichten, da die Temperaturen inzwischen gestiegen waren.

Die Markierung führte mich nun eben weiter, mein Schatten lief vor mir her. Ich verließ bald den Wald, durch den Dunst war der Blick über die Landschaft leider etwas getrübt. Das Schmelzwasser rann die Straße hinab, auf den Wiesen lag kaum noch die weiße Pracht. Schließlich gelangte ich nach Heltersberg und lief durch den Ort. Und erneut ging es abwärts in den Wald und durch das Hembachtal. Der Weg war wegen Forstarbeiten in Mitleidenschaft gezogen worden, durch Spurrillen war er schwierig zu gehen. Eine Wohltat war es, als der Weg wieder besser wurde. Nun leitete mich der Holzlandweg an der Hirschalbe entlang langsam aufwärts. Der Bach schlängelte sich durch das Rübental. An seinem Bauchlauf lagen noch Schneereste, die durch das Wasser aufgebrochen wurde.

Halbzeit am Holzlandbrunnen

Ich genoss die folgende Strecke durch den verschneiten Wald sehr: die wärmende Sonne, überall tropfte es von den Bäumen. So verließ ich das Tal und erreichte fünf Stunden nach dem Start den Holzlandbrunnen. Hier befindet sich neben der Brunnenanlage ein Rastplatz mit Grillhütte, ideal für eine weitere Pause. Mehr als die Hälfte der Strecke hatte ich bereits absolviert und lag gut in der Zeit.

Bald brach ich wieder auf, die Schneeauflage auf dem Weg war inzwischen dünner geworden, am Hang kamen die braunen Blätter zum Vorschein, Felsen säumten den Weg. Und immer noch war ich alleine unterwegs, bisher ist mir noch keine Menschenseele begegnet. Ich durchquerte Schmalenberg, wieder im Wald wanderte ich ein weiteres Mal bergab zur Hirschalbe. Ich nahm nun auch etwas Tempo raus und genoss die Wanderung durch den Talgrund. Das Gluckern des Baches begleitete mich, Sandsteinfelsen auf beiden Seiten vervollständigten das pittoreske Bild. Die Sonne stand tief zwischen den Bäumen, es wurde wieder frisch.

Der Holzlandweg führte mich über einen Steg, ein schöner Rastplatz befindet sich hier, leider schneebedeckt. Auf einem felsigen Pfad gelangte ich zum Grauhansenfelsen, eine imposante Felsformation: Meterdicker Sandstein türmte sich vor mir auf. 

Grauhansenfelsen

Eine Sage rankt sich um den Grauhansenfelsen: Ein böser Geist, der „Groohans” springt Wanderern auf den Rücken und lässt sich schleppen, bis der Unglücksvogel stöhnt, keucht und nass geschwitzt ist. In der Nähe des Felsens wurden in früheren Zeiten Steine gebrochen. Da sie besonders hart waren wurden sie u. a. als Schleifsteine eingesetzt und bis nach Idar-Oberstein zu den dortigen Edelsteinschleifereien transportiert.

N 49° 20.219', E 7° 41.927'

Wintersonnengenuss

Ein weiterer Anstieg stand mir nun bevor. Auf der Höhe erwartete mich ein schöner Rastplatz mit Blick auf Geiselberg. Der Wegweiser zeigte mir noch 4,4 Kilometer bis Steinalben an, die Strecke bis Waldfischbach verschwieg er mir. Ich schätzte, dass ich noch etwa zehn Kilometer bis zum Ziel vor mit hatte. Auch durch Geiselberg leitete mich der Wanderweg, ein schöner Aussichtspunkt erwartete mich kurz nach dem Ortsausgang. Eine trockene Bank stand in der Sonne – ideal für eine weitere Rast. Ich genoss die wärmenden Strahlen und verbrachte hier einige Zeit. Leider war der Blick sehr dunstig, von der Umgebung war wenig zu sehen. Immer wieder liefen Spaziergänger vorbei.

Lohnenswerter Abstecher zum Heidenfelsen

Nach einer Weile zog ich weiter, immer auf der Höhe entlang. Kein Schnee lag mehr auf dieser Anhöhe. Im Wald ging es ein weiteres Mal abwärts, inzwischen versteckte sich die Sonne hinter einem Wolkenband. Nun wurde es auch wieder richtig kühl. An einer Abzweigung zeigte mir der Wegweiser einen Abstecher zum Heidenfelsen an – den ich auch besuchte. Ein in einen Stein gemeiseltes Kreuz mit einigen Sitzbänken befinden sich auf dem Felsen. Ein ruhiger Ort, an dem ich kurz verweilte. Die Markierung 2 führte mich zurück zum Holzlandweg, der mich hinab ins Moosalbtal und nach Steinalben führte. 

Dort gab mir der Wegweiser auch die Information, die ich bisher vermisste: Noch sechs Kilometer bis nach Waldfischbach. Auf zum Endspurt! Doch wie sollte es anders sein: Zunächst musste ich wieder einen Aufstieg meistern. Doch die Mühen waren schnell vergessen, als ich durch die Bäume oberhalb des Wegs einen gefrorenen Wasserfall sah. Toll, da musste ich natürlich hinaufsteigen und ihn aus der Nähe in Augenschein nehmen. Rutschig war es, aber es hat sich gelohnt.

Kurzzeitiger Markierungsverlust

Längere Zeit lief ich auf befestigten Wegen durch den Forst – unspektakulär, aber so konnte ich gut Strecke machen. An einer Abzweigung bog ich falsch ab – doch ich bemerkte schnell meinen Fehler, ging es doch abwärts, das hatte ich so früh noch nicht erwartet. Auf der Höhe traf ich auf den Sickinger Höhenweg, den ich einige Wochen vorher bereits erwanderte. Nach einer Weile leitete mich ein Pfad hinab zum Vatterbrunnen, ein Gedicht prangt über der Quelle. Der Pfad war herrlich, einige Felsformationen befanden sich am Wegrand.

Ein letzter Anstieg – und Zieleinlauf

Langsam setzte auch die Dämmerung ein, der Schnee war nun vollständig verschwunden und es fing an zu tröpfeln. Nach dem Abstieg ist vor dem Aufstieg, ein letzter Schlenker führte mich zu einer Kreuzung unterhalb des Habichtfelsen – welcher der Steinformationen er wohl ist? Nun noch ein letzter Abstieg und der Bahnhof von Waldfischbach kam wieder in Sicht. Zehn Stunden nach meinem Aufbruch erreichte ich wieder den Startpunkt. 

Karte, Höhenprofil und GPS-Track

Länge: 37,4 km, An-/Abstieg: 850 m

Fazit

Der Holzlandweg ist gut markiert, man kann sich quasi nicht verlaufen – solange man auf die Markierung achtet und nicht wie ich, vor sich hinträumt. Unterwegs geben Wegweiser nicht nur die Richtung, sondern auch die Entferung zu den nächsten Orten und Sehenswürdigkeiten an. Empfehlenswert ist es, den Weg in zwei Etappen zu erwandern, so bleibt genug Zeit, eine Pause an dem einen oder anderen Felsen zu machen, die Reste der Heidelsburg zu erkunden und die Tour durch die Täler zu genießen.