Blick auf den östlichen Teil der Falkenburg

Wilgartswieser Burgen-Tour

Wiligartaburg, Deichenwand und Falkenburg

Ein sonniger Wintertag im Januar war angekündigt, was lag da näher, die erste Wandertour im neuen Jahr anzugehen. Herausgesucht hatte ich mir diesmal die Wilgartswieser Burgen-Tour, führt sie doch an herrlichen Buntsandsteinfelsen vorbei – und auch zwei Burgruinen liegen am Wegrand.

Start der Runde ist am Bahnhof von Wilgartswiesen. Die Pflanzen am Bahnhofsgelände präsentierten sich raureifüberzogen, frisch war's auf jeden Fall. Eine Wanderkarte visualisierte den Wegverlauf und auch der Wegweiser zeigte gleich die Richtung an. Vorbildlich, ist doch der Bahnhof in Wilgartswiesen als Wanderbahnhof ausgezeichnet. Ich entschloss mich dazu, die Runde im Gegenuhrzeigersinn zu wandern, so hatte ich die Falkenburg als absoluten Höhepunkt gegen Ende der Wanderung.

Aussicht vom Aufelsen

Zunächst leitete mich das Wegzeichen, eine stilisierte Burgsilhouette, ein Stück durch den Ort. Es dauerte jedoch nicht lange, und ich tauchte in den Wald ein, ein Pfad führte mich gleich kräftig aufwärts zum Aufelsen. Von dort blickte ich hinab auf Wilgartswiesen – leider war auch die Bundesstraße gut zu hören.

Wenige Minuten später führte mich die Wilgartswieser Burgen-Tour einen unspektakulären Forstweg langsam aufwärts, Vogelrufe drangen an mein Ohr. Nach einer Weile endete der Weg an einer Kreuzung, ein Wegweiser zeigte in vier Richtungen, der Wanderweg vollzog eine Schleife zur Wiligartaburg. Ich entschloss mich dafür, zunächst auf dem August-Hinkel-Pfad in Kehren abwärts zu wandern. Steil ging es gleich zu Beginn hinab, ein kleiner Bach – mehr ein Rinnsal – plätscherte in der Nähe. Der Pfad leitete mich auf einen Fahrweg, moosbewachsen präsentierten sich die Steine, Wurzeln und abgestorbenen Äste links und rechts des Wegs.

Doch getreu dem Motto „nach dem Abstieg ist vor dem Aufstieg“ wanderte ich wieder bergan. Mächtig ragten die Buntsandsteinfelsen empor, auf deren Plateau sich das Alte Schloss befand. Ein kurzer Abstecher brachte mich hinauf zu den Resten der Wiligartaburg, wie die Burgruine auch genannt wird. Heutzutage sind noch eine Felsenkammer zu sehen, sowie Stufen, ein kleiner Brunnen und Löcher im Felsen, in denen einst Balken und Pfosten steckten. Am Geländer hingen die Wassertopfen, wie an einer Perlenkette aufgereiht, entstanden aus dem Raureif, den die Sonne erwärmte.

Wiligartaburg

Die Wiligartaburg (auch Wilgartaburg, Wilgartsburg, Wiligartisburg oder Altes Schloss genannt) ist eine der frühesten Burgen der Pfalz. Die Felsenburg stammt wahrscheinlich aus dem 8. oder 9. Jahrhundert. Sie wurde vermutlich Ende des 13. Jahrhunderts zugunsten der besser gelegenen Falkenburg aufgegeben. Es sind heutzutage nur noch wenige Mauerreste, viele Balkenlöcher und Felsenkammern erhalten.

Auf dem Felsenpfad

Nach der Besichtigung führte mich die Burgen-Tour an weiteren Buntsandsteinfelsen entlang – eine der schönste Streckenabschnitt der Runde. Unter Überhängen entlang bewunderte ich die teils bizarren Formen des Buntsandsteins – aufgrund der frostigen Temperaturen hingen auch kleine Eiszapfen an den Felsen, Tropfen fielen in der Sonne herab. Immer wieder blieb ich stehen und genoss die Szenerie.

Doch bald endete diese herrliche Passage, auf der Anhöhe erwartete mich wieder ein Forstweg. Mein Blick schweifte an einem Aussichtspunkt über die Berge des Wasgaus – ganz schön hoch war ich inzwischen. Bald war auch wieder die Wegkreuzung mit den vier Wegweisern erreicht, Richtung Falkenburg ging es nun auf der Höhe entlang. Der Berg schirmte mich von der Geräuschkulisse des Queichtals ab – bis auf meine Schritte war kaum etwas zu hören – ein Specht klopfte in der Ferne. Das nächste Ziel war eine ehemalige Wolfsgrube.

Wolfsgrube

Die Wölfe wurden durch einen Köder angelockt und in der Grube gefangen. Sie diente als Schutzmaßnahme, um Wölfe von Haustieren fernzuhalten. Die Leute, die einen Wolf brachten, nannte man Wolfsträger, die erhielten als Anerkennung das sogenannte Wolfsgeld. Der letzte Wolf wurde in der Pfalz 1908 erlegt.

Kurz darauf geleitete mich die Wilgartswieser Burgen-Tour auf einem herrlichen Trail bergan, schnell wurde es mir wieder warm. Auf der Höhe folgte ich dem Forstweg längere Zeit. Am Erikastollen vorbei passierte ich Baumstämme am Wegrand – der Geruch von frischem Holz umfing mich.

Erikastollen

Der Erikastollen ist eine Felsenkammer, die von einer Mauer mit Durchgang vom Weg getrennt ist. Möglicherweise diente die Höhle im Zweiten Weltkrieg der Bevölkerung als Zufluchtsort.

Nun dauerte es nicht mehr lange, an einer Schutzhütte folgte ich dem Kurt-Reinhard-Pfad zur hölzernen Kanzel auf der Deichenwand.

Deichenwand

Die Deichenwand ist ein beliebter Kletterfels, auch Anfänger können hier Touren absolvieren. Auf der Felsanhöhe wurde eine Aussichtkanzel aus Holz errichtet, von der man ins Tal und auf die Ruine Falkenburg blicken kann.

Von dem Aussichtspunkt schweifte mein Blick hinüber zu den Felsen der Falkenburg und hinab in das Tal. An warmen Tag ist die Kanzel ein toller Rastplatz, leider war der Wind hier oben jedoch recht frisch, so dass ich mich nicht lange aufhielt und an den Abstieg ging. Der Pfad leitete mich am mächtigen Buntsandstein der Deichenwand entlang und auf einen Fahrweg. Dort markierten zwei imposante Sandsteinpfeiler den unteren Zugang.

Im Tal passierte ich die Falkenburghalle und den Sportplatz und wanderte wieder im Wald langsam aufwärts. Ein letzter kräftiger Anstieg stand mir noch bevor, dann erreichte ich den Sandsteinsockel der Falkenburg. Mich beeindruckte die Länge und Höhe des Felsens, auf dem die Burgruine thront. Eine lange Treppe führt durch einen Felsengang hinauf auf das Plateau, der Blick in das Queichtal und auf Wilgartswiesen war beeindruckend.

Falkenburg

Die Burg Falkenburg wurde wahrscheinlich am Ende des 12. Jahrhunderts erbaut, erstmals erwähnt wurde sie 1246 als Reichsburg. Sie wurde im Jahr 1689 von französischen Truppen zerstört.

Nach der Besichtigung der Anlage und einer kleinen Rast leitete mich das Wegzeichen hinab nach Wilgartswiesen und durch den Ort. Nach etwas mehr als fünf Stunden erreichte ich wieder den Bahnhof.

Karte, Höhenprofil und GPS-Track

Länge: 14,6 km, An-/Abstieg: 445 m

Weitere Informationen

Die Wilgartswieser Burgen-Tour kann am Bahnhof, im Ortskern und an der Falkenburghalle begonnen werden. Wilgartswiesen ist mit der Regionalbahn von Landau und Pirmasens erreichbar. Bei der Anfahrt mit dem Auto bestehen Parkmöglichkeiten am Bahnhof und an der Falkensteinhalle. Der Wanderweg ist gut markiert, an Kreuzungen und markanten Abzweigungen befinden sich Wegweiser, die die Entfernung zu den nächsten Sehenswürdigkeiten anzeigen. Die Tour kann auch abgekürzt werden, zwischen Wolfsgrube und Erikastollen befinden sich zwei ausgewiesene Zuwege hinunter in den Ort.