Kirchenruine Maria Magdalena

Rheinterrassenweg 3. Etappe: Von Mettenheim nach Guntersblum

Hohlwege und Kirchenruine

Der Rheinterrassenweg von Worms nach Mainz bietet viele Ausblick in die Rheinebene – auch auf der dritten Etappe von Mettenheim nach Guntersblum stehen die Weitsichten der zweiten Etappe in nichts nach.

Die dritte Etappe steht jedoch auch im Zeichen der vielen Hohlwege, die auf der knapp 10 km langen Teilstrecke durchwandert werden.

Vom Bahnhof in Mettenheim führt das Wegzeichen des Zuwegs durch den Ort. Nach etwa einem Kilometer erreicht man den offiziellen Einstiegspunkt zum Rheinterrassenweg, der Weg führt hinauf auf eine Anhöhe mit einem ersten Aussichtspunkt über die Rheinebene. Von dort grüßte mich im Osten die Hügelkette des Odenwalds. Ein Stück weiter konnte ich in der Ferne bereits die Skyline von Frankfurt erkennen, die von der Morgensonne angestrahlt wurde. Trotz bedecktem Himmel herrschte eine gute Fernsicht.

Am Odenwaldblick vorbei ging es durch die Weinberge. Auf den Hügeln der Umgebung stehen die Windräder dicht an dicht. In der Zwischenzeit brach der Himmel auf und die Sonne scheint durch Wolkenlücken. Der erste große Höhepunkt war die Durchwanderung der Goldberghohl, einem tief eingeschnittenen Hohlweg. Die Sonne kam heraus und ließ dessen Lösswände goldgelb leuchten.

Lösshohlwege bei Alsheim

Ein Hohlweg ist ein Weg, der sich durch jahrhundertelange Nutzung mit Fuhrwerken sowie abfließendes Regenwasser in das umgebende Gelände eingeschnitten hat. Lösshohlwege sind weniger durch die Verdichtung des befahrenen Bodens entstanden als durch die Zerstörung der inneren Struktur des Löss durch Wagenräder. Die Einzelkörner werden bei Niederschlägen abgeschwemmt. Eines der größten Lösshohlwegsysteme in Deutschland befindet sich zwischen Mettenheim und Alsheim. Von den heute noch erhaltenen 11,5 Kilometern sind zehn Kilometer begehbar. Diese Hohlwege sind ökologisch wertvolle Lebenräume für viele Pflanzen und Tiere.

Am Weißmühlbrunnen bot sich eine erste kleine Rast an.

Nach etwa einer Stunde war Alsheim in Sichtweite. Die Glocken der Kirche in Mettenheim läuten an diesem Sonntag gleichzeitig zum Gottesdienst. Am Ortsrand befindet sich eine imposante Lösswand. Kurze Zeit später verlässt man bereits wieder den Ort, die Weinaromameile führt am Rheinterrassenweg entlang. Infotafeln erläutern interessante Aspekte zum Wein und dessen Geschmack.

Immer wieder gab es schöne Aussichten über die Rheinebene. Der Weg führte durch einen weiteren tief eingeschnittenen Hohlweg, der Stratzenberger Hohl. Bald darauf zeigt in Hangen-Wahlheim ein Wegweiser einen Abstecher zur Kirchenruine Maria Magdalena an.

Kirchenruine Maria Magdalena

Die Kirche Maria Magdalena wurde erstmals 1496 als Pfarrkirche erwähnt und im Pfälzischen Erbfolgekrieg 1689 zerstört. Vermutlich wurde eine Vorgängeranlage aus dem 13. Jahrhundert überbaut. In den folgenden Jahrhunderten zerfiel das Mauerwerk immer weiter. Die Renovierung erfolgte ab dem Jahr 2000 und wurde aus Mitteln der katholischen Kirche, öffentlichen Zuschüssen und Spenden finanziert.

Kurz nach dem Weiler befindet sich eine weitere Sedimentswand aus Löss. Nun war es nicht mehr weit bis zum Leckbartsheisje, einem Rastplatz mit Blick nach Guntersblum. Es geht nun hinab, zwei Rehe sprangen plötzlich über den Weg und verschwanden in den Weinbergen. An der Abzweigung nach Guntersblum machte ich mich aufgrund der bisherigen recht kurzen Wegstrecke gleich weiter auf die vierte Etappe nach Oppenheim.

Karte, Höhenprofil und GPS-Track

Länge: 10,4 km, An-/Abstieg: 165 m