Blick auf Oppenheim und die Skyline von Frankfurt

Rheinterrassenweg 4. Etappe: Von Guntersblum nach Oppenheim

Römerturm und Vögelsbrunnen

Die vierte Etappe auf dem Rheinterrassenweg absolvierte ich direkt im Anschluss an die dritte Teilstrecke. Auch diese Wanderung beträgt etwa zehn Kilometer.

Das Wegzeichen führt zunächst oberhalb von Guntersblum entlang. Immer wieder kam die Sonne heraus und tauchte die Landschaft in interessante Lichtspiele.

Das erste Highlight der Tour war auch bald erreicht, der Römerturm.

Römerturm

Der Aussichtsturm wurde 1998 errichtet. In der Nähe wurde vor einigen Jahren eine römische Villa rustica entdeckt. Im Herbst 2014 wurde der Römerturm durch eine mutwillig herbeigeführte Explosion schwer beschädigt und anschließend wieder aufgebaut.

Von der Aussichtsplattform blickt man über die Rheinebene zum Odenwald und bei guter Sicht bis Frankfurt und dem Taunus.

Wie auch bei den vorherigen Etappen ging es größtenteils auf befestigten Wegen durch die Weinberge. Der Weg führte nun hinab zum Vögelsbrunnen.

Vögelsbrunnen

Der Vögelsbrunnen wird auch Vögelsgärtenbrunnen oder St. Viktorsbrunnen genannt. Das Besondere an ihm sind die beiden hintereinander liegenden Gewölbe. Der Name leitet sich wohl vom Heiligen Patron Viktor her, der sich im Laufe der Zeit zu „Vichel” und „Fechel” änderte, was im hiesigen Dialekt auch heute noch ein Ausdruck für Vögel ist.

Kurz darauf führt der Weg an einer Lösswand vorbei und an einer Straße entlang. Dort befindet sich die Ausgrabungsstätte einer ehemals römischen Straße.

Römerstraße

Das Teilstück einer Römerstraße wurde 2009 ausgegraben und führte einst von Mainz nach Worms. Sie ist auf einer spätantiken Straßenkarte verzeichnet. Vermutlich existierte in der Nähe eine römische Schmiede, da zahlreiche Eisennägel und eisenhaltige Schlacke gefunden wurde.

Nun ging es wieder durch die Weinberge aufwärts und oberhalb von Ludwigshöhe vorbei. Ein Blick zurück ließ den Blick über die Weinberge schweifen, die Wolken zeichneten ein tolles Muster in die Landschaft. Nach dem Überqueren der Straße machte ich eine kleine Pause am Siliusbrunnen. Das Etappenziel Oppenheim kam nun immer näher, in der Ferne grüßte bei toller Fernsicht die Skyline von Frankfurt.

Es geht durch die bekannte Weinlage „Oppenheimer Krötenbrunnen”. Am Brunnen selbst befinden sich einige Bänke, die zur Rast einladen.

Krötenbrunnen

Am Krötenbrunnen befindet sich ein altes Wassersystem, das ursprünglich der Wasserversorgung von Oppenheim diente. Ein Stollen führt ca. 30 Meter in den Berg hinein und teilt sich dann in zwei Gänge auf. Dadurch wurde das Wasser aus dem Berg aufgefangen und über ein Leitungssystem in die Stadt geleitet.

Nun war es nicht mehr weit bis nach Oppenheim. Beim Abstieg in die Stadt konnte ich auch zum ersten Mal das breite Band des Rheins sehen. Ich machte im Ort noch einen Abstecher zur sehenswerten Katharinenkirche, leider verpasste ich gerade die Führung durch das bekannte Oppenheimer Kellerlabyrinth. Am Bahnhof endete dann diese schöne Etappe auf dem Rheinterrassenweg.

Karte, Höhenprofil und GPS-Track

Länge: 10,3 km, An-/Abstieg: 160 m