Ruine Landskron

Rheinterrassenweg 5. Etappe: Von Oppenheim nach Bodenheim

Ruine Landskron und Rheinblicke

Die fünfte Etappe auf dem Rheinterrassenweg ist mit etwa 18,5 Kilometern die längste Teilstrecke und — in meinen Augen — auch der schönste Streckenabschnitt der Mehrtageswanderung.

Startpunkt ist der Bahnhof in Oppenheim. Der Zuweg führte durch die Altstadt zum Friedhof, dort traf ich auf den Rheinterrassenweg. Durch die Weinberge gelangte ich zur Ruine Landskron, unterwegs schweifte der Blick über den Ort zum Odenwald, ein Dunstschleier lag am Morgen über der Landschaft.

Burg Landskron

Die Burg Landskron war eine ehemalige Reichsburg und wurde wahrscheinlich zu Beginn des 13. Jahrhunderts errichtet. Die erste urkundliche Erwähnung datiert aus dem Jahr 1244. Doch bereits einige Jahre später (1257 und 1275) zerstörten die Bürger Oppenheims die Anlage. Rudolf von Habsburg ließ sie jedoch bis 1281 von den Bürgern wieder aufbauen.

Kurfürst Friedrich V. veranlasste 1615 einen schlossartigen Umbau des Areals. Nach dem Ende des Dreißigjährigen Kriegs bekam die Burg ihren heutigen Namen „Burg Landskron”. Der Bergfried wurde im Pfälzischen Erbfolgekrieg 1689 von französischen Truppen gesprengt und die Ruine in den Folgejahren von den Bürger als Steinbruch genutzt.

Heutzutage ist die Anlage Kulisse für Sommerkonzerte und die Theaterfestspiele der Stadt Oppenheim.

N 49° 51.314', E 8° 21.172'

Nach der ausgiebigen Besichtigung der Burgruine gelangte ich im weiteren Verlauf zu einem Rastplatz mit einem wunderschönen Blick über Nierstein mit der Bergkirche und den Rhein bis zum Taunus, bevor es abwärts ging. Der Rheinterrassenweg führt durch den Ort und die schöne Altstadt, bevor es hinauf zur Bergkirche ging, von der man erneut einen tollen Blick auf den Rhein und den Ort hat.

Ich wanderte nun den Roten Hang hinauf, an dem sich eine der bekanntesten deutschen Weinlagen befindet. Bald nach der Fockenberghütte gelangte ich zum Rastplatz auf dem Brudersberg, der auch als Niersteiner Loreley bezeichnet wird. Ich hatte Glück und es bot sich eine tolle Weitsicht zum Großen Feldberg im Taunus, nach Frankfurt und auf die Hügelkette des Odenwalds mit dem markanten Melibokus.

Nach einer ausgiebigen Rast ging es weiter durch Weinberge, leider drang der Straßenlärm von der am Rhein entlangführenden B9 bis hier hinauf. Und der nächste Aussichts- und Rastplatz ist bald erreicht — das Ehrenkreuz. Eine Wanderliege lud zum Verweilen mit Blick auf das Hessische Ried ein. Unterhalb befindet sich die Insel Kisselwörth, an deren Südspitze sich ein 55 Millionen alter Vulkanschlot befindet. Das Basaltgestein ist nur bei Niedrigwasser sichtbar.

Kurz vor Nackenheim befindet sich die Bergkapelle, mit schöner Aussicht auf Ort. Der Rheinterrassenweg führt ein Stück durch die Stadt, bevor es wieder hinauf in die Weinberge geht. An einer Abzweigung fehlte eine Markierung, so dass ich erst ein Stück in die falsche Richtung ging, doch ein Blick auf das GPS-Gerät zeigte den Irrtum rasch an.

Am Bodenheimer Kreuz bot sich eine Abkürzung zum Bahnhof in Bodenheim an, doch ich entschloss mich dazu, noch die Schleife um Bodenheim zu absolvieren. Unterwegs führt entlang des Wegs ein informativer Weinlehrpfad. An einer Abzweigung ging es schließlich auf dem Zuweg hinab nach Bodenheim. Unterwegs passierte ich einige schöne Fachwerkhäuser. Am Bahnhof in Bodenheim endete schließlich diese schöne und erlebnisreiche Etappe.

Karte, Höhenprofil und GPS-Track

Länge: 18,8 km, An-/Abstieg: 315 m