Blick von der Zitadelle auf den Holzturm und den Großen Feldberg im Taunus

Rheinterrassenweg 6. Etappe: Von Bodenheim nach Mainz

Geopfad und Zitadelle

Die letzte Tagesetappe auf dem Rheinterrassenweg führte mich auf zwölf Kilometern von Bodenheim nach Mainz. Wie auch bei den vorherigen Abschnitten konnte ich mich über eine gute Fernsicht bei der Wanderung durch die Weinberge freuen.

Auf dem Zuweg vom Bahnhof in Bodenheim gelangte ich am Ortsrand zum ehemaligen Reichsritterstift, das aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts stammt und dessen Mauer mit zinnenbekrönten Ecktürmen ausgestattet ist. Heute beherbergt die Anlage das Caritas-Zentrum St. Alban. Gegenüber der Mauer befindet sich eine Statue des heiligen Alban, einem Priester, Missionar und Märtyrer. Er wurde bei einem Gebet von einem Angriff der Vandalen in Mainz enthauptet. Die Legende besagt, dass er seinen abgeschlagenen Kopf an die Stelle gebracht habe, an der er beigesetzt werden wollte.

Das Wegzeichen führte hinauf in die Weinberge. Die Nähe zum Flughafen Frankfurt ließ die landenden Flugzeuge ziemlich nah erscheinen, da sich hier die Einflugschneise zum Airport befindet. Aufgrund des schönen Wetters an diesem Sonntag waren einige Spaziergänger unterwegs.

Oberhalb von Laubenheim stand eine Pause im Hofgut Laubenheimer Höhe an, das über einen kleinen Abstecher vom Wanderweg erreichbar war. Anschließend ging es am Laubenheimer Kreuz mit schöner Aussicht über den Rhein und das Hessische Ried vorbei.

Der Rheinterrassenweg überquert eine Straße, auf einem längeren Abschnitt verläuft die Strecke auf einem Teerweg oberhalb eines Steinbruchs. Dieser ist inzwischen stillgelegt und soll nun als Deponie herhalten. Unterwegs gibt es einige schöne Rastplätze.

Am Ortsrand von Weisenau geht es eine Straße hinab, die ein rotes Straßenschild aufweist. Dies rührt daher, dass in Mainz Straßen, die Richtung Rhein führen einen roten Hintergrund haben, während Straßen, die parallel zum Rhein führen, blau eingefärbt sind.

Ein Stück nach dem Überqueren der Autobahn verließ ich den Rheinterrassenweg und ging an der Abzweigung auf dem Geopfad Weisenau hinab zum ehemaligen Kalksteinbruch.

Geopfad

Der Steinbruch in Mainz-Weisenau diente über hundert Jahre der Gewinnung von Kalkstein für die Zementproduktion. Nach Aufgabe des älteren Bereichs begann 1970 die Planung zu Rekultivierung, die schließlich 2005 abgeschlossen werden konnte. Im Jahr 2011 eröffnete der Geopfad Weisenau, auf der Infotafeln Auskünfte über Geologie und Geschichte geben.

Am Ende des Geopfads traf ich wieder auf den Rheinterrassenweg, der über die Gleise an den Rhein führt. Der Wanderweg verläuft nun direkt am Ufer des Stroms entlang, bevor es erneut über die Bahnstrecke und in den Stadtpark ging, in dem sich das offizielle Ende des Rheinterrassenweg befindet. Ein Zuweg brachte mich durch die Grünanlage zum Römischen Theater. Nicht weit davon entfernt befindet sich die Zitadelle, der ich noch zum Abschluss der Tour noch einen Besuch abstattete.

Fazit

Mit der sechsten Etappe endete eine schöne Mehrtagestour durch Rheinhessen, der mich durch die Weinberge des größten deutschen Weinanbaugebiets und zu interessanten Sehenswürdigkeiten führte. Hervorzuheben sind auch die tollen Aussichten auf die Umgebung, wie den Taunus, die Skyline von Frankfurt und den Odenwald. Die Ein- und Ausstiegspunkte sind gut mit der Bahn zu erreichen, so dass man die Tagesstrecken auch gut sukzessive aus dem Rhein-Neckar-Dreieck oder dem Rhein-Main-Gebiet erwandern kann. Für geübte Wanderer kann der Rheinterrassenweg gut an vier Tagen gelaufen werden.

Zu beachten ist allerdings, dass die Etappen größtenteils auf befestigten Wegen durch Weinberge führen und man damit der Sonne ausgesetzt ist. Eine Kopfbedeckung bei starker Sonneneinstrahlung ist daher anzuraten, im Hochsommer ist es sicherlich auch recht heiß. Unterwegs besteht in den Orten immer wieder die Möglichkeit einzukehren. Die Wegweisung ist vorbildlich, an größeren Kreuzungen stehen Wegweiser, die die Strecke zum nächsten Ort angeben und auch die Zuwege sind gut markiert. Alles in allem ist die Tour gelungen und sehr empfehlenswert.

Karte, Höhenprofil und GPS-Track

Länge: 12,2 km, Anstieg: 145 m, Abstieg: 130 m