Auf dem Holzweg

Saar-Hunsrück-Steig 7. Etappe: Von Reinsfeld nach Otzenhausen

Hügelgräber, Forstelbachtal und Talsperre

Vor etwa 400 Millionen Jahren wurde Tonschlamm in einem urzeitlichen Ozean abgelagert. Durch Druck des Wassers und weiterer Sedimente verfestigte sich dieser zu Tonstein. Später wurden durch tektonische Vorgänge die Schichten während der variszischen Gebirgsbildung durch seitlichen Druck aufgefaltet und verformt – das Rheinische Schiefergebirge entstand.

Irgendwann auf dieser Wandertour musste es mich ja erwischen, nun war es soweit: Die Nacht hatte es durchgeregnet, als ich loslief hatte es sich wieder beruhigt. Doch das war nur ein Trugschluss. Doch etwas Zweckpessimismus verleitete mich dazu, auch gleich die Regensachen anzuziehen und den Regenschutz über den Rucksack zu ziehen.

Doch zunächst musste ich den Einstiegspunkt zum Saar-Hunsrück-Steig erreichen, nach zwei Kilometern erreichte ich Frau Holle, die Felsformation, bei der ich bereits am Vortag vorbeikam. Prompt fing es auch schon an zu nieseln. Gestern kam Wind auf, als ich Frau Holle begegnete, heute Regen – zum Glück fing es nicht an zu schneien. Bevor es in den Wald ging, sah ich am Wegrand noch einen interessanten Aufschluss: Das Schiefergestein war wellenförmig gebogen. Auch Brüche waren zu erkennen.

Doch nun führte mich der Wanderweg in den Wald hinein, den Regen spürte ich unter dem Blätterdach nicht so wirklich, dafür wurde mir unter der Regenjacke richtig warm. Ich erhaschte einen letzten Blick auf Reinsfeld, bevor der Ort hinter einem Regenschleier verschwand.

Schließlich musste ich den schützenden Wald verlassen und begab mich in offenes Gelände. Prompt wurde ich dem Regen und Wind ausgesetzt, zum Glück von der Seite, so dass es nicht ganz so schlimm war. Mit der Zeit genoss ich das Wetter, die Regensachen hielten wie erwartet die Nässe ab. Inzwischen vermisste ich auch die Kilometerangaben am Steig, vielleicht war das nur eine saarländische Erfindung? Schade, ich hatte mich inzwischen dran gewöhnt und konnte so gut die Wegstrecke abschätzen.

Nach einer Weile – der Regen hatte inzwischen aufgehört – war doch ein blaues Fleckchen am Himmel zu sehen. Gut, so war es auch in der Wettervorhersage angekündigt. Bald war die nahe Autobahn zu hören, nach der Unterquerung war der Saar-Hunsrück-Steig wegen Forstarbeiten gesperrt, eine Umleitung war aber ausgeschildert.

Beim Unterqueren der einstigen Hochwaldbahnstrecke nach Hermeskeil schickte mir die Sonne einen Gruß, prompt wurde es wärmer. Nach einem Anstieg über eine Wiese konnte ich nach knapp drei Stunden unterwegs die erste größere Pause machen. Mein Blick schweifte über die Landschaft und die teils tief hängenden, dunklen Wolken.

Eine ehemalige Pferdetränke, Perdsbor genannt, befand sich bald am Wegrand, ein Pferdekopf spie das Wasser aus. Im folgenden Waldstück brauste der Wind durch die Wipfel und die Sonne ließ die Baumstämme Schatten werfen. Auf der Höhe passierte ich zwei Grabhügelgruppen aus der Keltenzeit. Hier blühte das indische Springkraut und einige Bienen krabbelten in die Blüten hinein.

Der Saar-Hunsrück-Steig führte mich aus dem Wald heraus, unterwegs sah ich viele Pilze. Ich blickte hinab nach Hermeskeil, in der Ferne war das Band der Autobahn zu erkennen, dort regnete es, über mir kam die Sonne wieder heraus. Hier stand auch der einzige überdachte Rastplatz auf dieser Etappe, schade, diesen hätte ich gerne früher gehabt.

Hinab ins Forstelbachtal leitete mich der Weg, ein idyllisches Fleckchen. Der naturnahe Pfad führte am Bach entlang, das Murmeln des Wassers begleitete mich. Ich genoss die Ruhe, Pilze wuchsen am Wegrand und moosbedeckte Äste lagen auf dem Waldboden. Doch leider endete dieser tolle Pfad und Schotterwege und Pfade wechselten sich nun ab.

Nach einer Weile zweigte der Steig auf einen Holzweg ab und führte mich schließlich zu einem Picknickplatz. Nun war die Talsperre Nonnweiler nicht mehr weit entfernt, entlang des Damms wanderte ich hinauf und genoss auf einer Liegebank von der Dammkrone die Aussicht auf Nonnweiler und Umgebung. In der Ferne waren die Regenschwaden zu sehen, bei mir zeigte sich immer wieder die Sonne. Hier begegnete ich wieder den ersten Menschen seit meinem Aufbruch in Reinsfeld.

Nun ging es noch ein Stück oberhalb des Stausees entlang und an einem Weiher vorbei zum Parkplatz unterhalb des Keltenwalls. Hier verließ ich nun den Saar-Hunsrück-Steig und folgte zunächste der Hubertusrunde auf einem schönen Trail durch den Wald. Unterwegs kam das Zuwegungs-Zeichen noch dazu, das mich nach Otzenhausen führte. Trotz der langen Etappe war ich noch fit und hatte ein Lächeln auf den Lippen als ich den Ort hinablief und meine Unterkunft, das Landhaus Spanier. Dort empfing man mich mit den Worten: „Der Gast ist da”. Eine kleine Unterkunft, die schön eingerichtet ist, und das Essen war ein Gedicht.

Karte, Höhenprofil und GPS-Track

Länge: 22,0 km, Anstieg: 460 m, Abstieg: 515 m