Am Wasserfelsen gefriert im Winter das Wasser

Saarland

Kirkeler Tafeltour und Burg Kirkel

    Die Kirkeler Tafeltour ist eine von vielen Tafeltouren im Saarland, die unter dem Motto „Wandern und Schlemmen” stehen. Die knapp 9 km lange Wanderung ist mit einer Kochmütze markiert und als Premiumwanderweg vom Deutschen Wanderinstitut ausgezeichnet.

    Ich begann die Tour am Bahnhof in Kirkel, nach etwa 20 Minuten durch den Ort erreichte ich den Einstieg am Naturfreundehaus. Von dort geht es einen Pfad entlang zum offiziellen Startpunkt, der durch ein „Tor” markiert ist. Kurz darauf teilt sich die Wegmarkierung, ich entschloss mich dazu, zuerst links hinauf zur Schönen Aussicht zu laufen. Unterwegs passiert man bereits einige imposante Buntsandsteinfelsen, parallel verläuft im ersten Abschnitt auch der Kirkeler Felsenpfad.

    Nach wenigen Minuten erreichte ich die Schöne Aussicht, von der man bei guter Sicht den höchsten Berg im Saarland, den Schaumberg, sehen kann. An meinem Wandertag war es jedoch ziemlich dunstig. Hier befand sich im frühmittelalterliche Anlage, die Hollerburg. Kurz darauf passiert man die Hollerkanzel, eine faszinierende Steinformation, dessen abgebrochene Spitze über den Pfad ragt.

    Die Tafeltour führt an weiteren Felsen vorbei, wie dem Sonnendach oder den Unglücksfelsen. Schließlich gelangt man bei einem „Tor” am Ende des Felsenpfads an.

    Nun ging es ein kleines Stück auf dem Forstweg entlang und entlang des geologischen Pfads zum Waldklassenzimmer und kurz darauf zum sagenumwobenen Frauenbrunnen, eine Quelle in einer Felsnische. Bereits die Kelten sollen den Brunnen als Kultstätte genutzt haben. Rastplätze laden zur Pause ein.

    Hier teilen sich die Tafeltour und der Felsenpfad. Die Markierung führte mich weiter auf einem Pfad, der aufgrund der niedrigen Temperaturen der letzten Tage recht vereist war. Nun wurde es auch einsamer nach dem Trubel auf dem Felsenpfad. Der folgende Weg ist nun auch unspektakulärer, nach einer Weile zeigt ein Hinweisschild einen kleinen Abstecher zum Rehbrünnchen an. Hier war es nun still und ruhig und so machte ich eine kleine Pause.

    Der Weg führte mich nun wieder Richtung Kirkel, bald sah ich durch die Bäume die beiden Türme der Burg Kirkel. Kurz darauf gelangte ich zu einem absoluten Höhepunkt der Tafeltour, den Wasserfelsen, die unablässig Wassertropfen abgeben. Im Winter gefriert das Wasser dabei zu teils meterlangen Eiszapfen. Leider gibt es immer wieder Leute, die die Eiszapfen abschlagen oder beschädigen.

    Bei den Wasserfelsen ist man bereits fast wieder am Ende der Wanderung, nach nur wenigen Minuten erreichte ich wieder das Einstiegstor. Von hier aus sind es nur wenige hundert Meter zur Burg Kirkel.

    Burg Kirkel

    Die erste Erwähnung von Burg Kirkel erfolgte im Jahr 1075. Im 15. Jahrhundert entstand das Dorf Kirkel im Schutz der Burganlage. Im Jahre 1635 zerstörte ein Brand die Burg, die wieder aufgebaut wurde. Doch bereits 1677 im Französisch-Niederländischen Krieg und 1689 im Pfälzischen Erbfolgekrieg kam es zu weiteren Zerstörungen. Ab etwa 1740 nutzte die Bevölkerung die Ruine als Steinbruch. 1955 wurde der Rundturm wieder aufgebaut.

    Nach Besichtigung der Burganlage ging es wieder zurück und auf dem markierten Weg zum Naturfreundehaus.

    Fazit

    Die Tour ist sehr zu empfehlen und mit 9 km auch für Ungeübte gut zu laufen. Die vielen Bundsandsteinfelsen laden zum Entdecken und Verweilen ein. Wer es eher kürzer mag, der kann dem halb so langen Kirkeler Felsenpfad folgen, der mit einem schwarzen Steinbock markiert ist. Auch ein Besuch der Burg Kirkel bietet sich an: Unterhalb der Anlage befindet sich die Burgschänke, ein Heimatmuseum, eine Holzwerkstatt, eine Steinbildhauerei, eine Schmiede und eine Nähstube.

    Karte, Höhenprofil und GPS-Track

    Länge: 9,0 km, An-/Abstieg: 150 m