Dohlen umschwärmen die Türme der Stiftskirche

Hohenlohe

Comburg, Einkorn und Limpurg

Diese Wanderung führte mich nach Hohenlohe und zum Rand des Schwäbisch-Fränkischen Waldes. Die Tour begann ich an einem warmen Frühlingstag bei strahlendem Sonnenschein am Bahnhof in Schwäbisch Hall. Dort überquerte ich die Straße auf der Brücke und lief die Bahnhofstraße hinab. Am Roten Steg beeindruckte mich der Blick auf den Kocher mit den Fachwerkhäusern. Über zwei weitere Brücken gelangte ich in die Altstadt und zum Marktplatz.

Nun folgte ich auf der Tour dem lokalen Wanderweg 1 in die Obere Herrngasse und durch die Stadt nach Steinbach. Unterwegs sah ich bereits das erste Ziel der Runde, die Comburg, die auf einem ehemaligen Umlaufberg des Kochers liegt.

Auf dem Weg durch die Bildersteige hinauf zum ehemaligen Kloster säumen Skulturen den Weg. Die Comburg ist bald erreicht und eine Besichtigung ist sehr zu empfehlen. Diese ist jederzeit zugänglich, besonders empfehlenswert ist der Wehrgang, der einmal um die Anlage führt.

Comburg

Die Comburg ist ein ehemaliges Benediktiner­-Kloster, das im 11. Jahrhundert erbaut wurde. Die gesamte Klosteranlage wird von einer Ringmauer aus dem 16. Jahrhundert umschlossen. Seit 1947 dient die Comburg als Staatliche Akademie für Lehrerfortbil​dung.

Eine Besonderheit sind die vielen Dohlen, die in den Türmen der Stiftskirche eine Heimat gefunden haben und laut krächzend ihre Runden fliegen.

Nach der Besichtigung führte der Wanderweg die Allee hinab und nach dem Überqueren der Durchgangsstraße im Wald hinauf. Doch bald war wieder ein Stück Straße angesagt, bevor ich am Bahnhof Hessental auf dem Eisenbahnsteg die Gleise überquerte. Nun begann einer der schönsten Abschnitte der Tour, der Aufstieg zum Einkorn mit seiner herrlichen Aussicht auf die Umgebung. Empfehlenswert ist der Blick vom Einkornturm, an meinem Wandertag war es hier oben doch sehr windig und frisch, trotzdem konnte ich die Sicht auf Schwäbisch Hall, den Schwäbisch-Fränkischen Wald und die Kocherbucht genießen.

Einkornturm

Das Kloster Comburg baute 1482 eine Kapelle auf dem Einkorn, die 1683 zur Wallfahrtskirche geweiht wurde. In den Bau schlug 1814 der Blitz ein, die Kirche brannte aus und wurde nicht wieder errichtet. Der erste Einkornturm wurde 1827 errichtet und diente als Wachtturm. Er wurde 1892 zum Aussichtsturm ausgebaut. Im 2. Weltkrieg diente er der Luftwaffe. Erst 1958 er​warb der Landkreis Schwäbisch Hall den Turm, der ihn wieder aufbaute.

Auf dem Einkorn besteht auch die Möglichkeit zur Einkehr. Das Wetter wurde jedoch zunehmend unangenehmer, der Wind frischte auf und der Himmel bewölkte sich, so dass ich bald weiterzog. Der Wanderweg führt ein Stück auf dem Bergplateau entlang, bevor es wieder hinab nach Hessental geht. Das Wegzeichen begleitete mich am Ortsrand entlang und schließlich durch Felder. Bei einem Blick zurück konnte ich den markanten Einkorn erblicken, die Dächer der Comburg sind in einer Senke zu sehen. Nun ging es noch ein Stück durch Oberlimpurg. Dort macht die Markierung einen Knick und ich gelangte zur Burgruine Limpurg, die ich nun erkundete. Von hier schweift der Blick über das Kochertal und Schwäbisch Hall, auch die Comburg ist zu sehen.

Burg Limpurg

Die erste urkundliche Erwähnung der Burg Limpurg datiert aus dem Jahr 1263. Die Anlage wurde im 15. und 16. Jahrhundert umfangreich erweitert und 1541 für 45.700 Gulden an die Reichsstadt Schwäbisch Hall verkauft. Zu diesem Zeitpunkt war der Zustand der Anlage bereits schlecht, sie wurde bis zum Jahr 1575 abgebrochen. 1905 erfolgte eine Ausgrabung der Reste der Ruine, 1985 wurden weitere Teile ausgegraben.

Nach der Erkundung des Areals führte der Weg mich hinab in die Badersklinge und wieder nach Schwäbisch Hall. Ich wanderte durch den Stadtpark und machte einen Abstecher zum Kocher. Am Ende der Tour beeindruckte mich das Panorama auf die Altstadt von Schwäbisch Hall, in der Zwischenzeit hatten sich dunkle Wolken am Himmel zusammengeballt, trotzdem schien durch Lücken in der Wolkendecke immer wieder die Sonne und strahlte die Mauern an. Nun benötigte ich nur noch wenige Minuten zum Bahnhof, an dem diese Wanderung nach knapp 15 Kilometern wieder endete.

Fazit

Die Wanderung weist einen hohen urbanen Anteil auf, da es häufig auf asphaltierten Wegen durch Orte geht und damit eher unter dem Motto „Kultur trifft Natur” steht. Trotzdem fand ich die Tour gelungen, da sie auf recht kurzer Distanz mehrere tolle Sehenswürdigkeiten besucht. Auf dem Einkorn und in Schwäbisch Hall besteht weiterhin die Möglichkeit zur Einkehr. Der Wanderweg ist in einer Broschüre beschrieben.

Karte, Höhenprofil und GPS-Track

Länge: 14,9 km, An-/Abstieg: 320 m