Östlicher Bergfried der Ruine Hiltenburg

Löwenpfad Höhenrunde

Albtraufblicke und Hiltenburg

Am Vormittag genoss ich bereits die Wanderung auf dem Orchideenpfad. Doch es war erst Mittag und der Tag noch lange. In der Nähe befindet sich die Höhenrunde – und diese war auch mit ausgeschriebenen 11 Kilometern nicht zu lange für den Nachmittag. Der Qualitätswanderweg beginnt am Haus des Gastes in Bad Ditzenbach und führte mich zunächst durch das Zentrum. Es dauerte nicht lange und ich ließ den Ort hinter mir. Ein kräftiger Anstieg stand mir nun bevor. Am Waldrand erwartete mich ein herrlicher Ausblick auf Bad Ditzenbach, bevor ich in den angenehm kühlen Wald eintauchen konnte.

Trotzdem wurde es mir schnell sehr warm, der weitere Anstieg war schweißtreibend. Endlich war der Albtrauf bestiegen, doch die Freude über den nur leicht ansteigenden Forstweg währte nicht lange: Auf einem weiteren Pfad erklomm ich Höhenmeter um Höhenmeter – aber was beschwere ich mich: Die Tour heißt ja nicht umsonst „Höhenrunde”. Doch es dauerte nicht mehr lange und ich erreichte die Hochebene, der Eckfelsen war nicht mehr weit. Von dem Aussichtspunkt schweifte mein Blick über das Filstal mit Bad Ditzenbach und Deggingen. Hier oben war einiges los, immer wieder kamen Wanderer und Spaziergänger vorbei.

Nicht weit entfernt befand sich der nächste Aussichtspunkt: Vom Oberbergfels blickte ich hinab auf den Ausgangsort. Der Löwenpfad führte nun oberhalb des Albtraufs auf einem herrlichen Pfad entlang. Verschiedene Pflanzen, wie die Teufelskralle, wuchsen am Wegrand. Immer wieder boten sich Abstecher zu mehr oder weniger schönen Aussichtsfelsen an.

Ein Stück Teerweg brachte mich auf die Schonterhöhe, dann ging es auf einem Pfad weiter am Trauf entlang. Rechts fiel der Albtrauf steil bergab, links schloss sich die Hochebene an. Eine weitere Abzweigung brachte mich zu einem weiteren Aussichtspunkt mit Blick auf Bad Ditzenbach und dem markanten Oberbergfelsen. Teils drängte auf dem weiteren Weg die Vegetation bis direkt an den schmalen Pfad heran. Vom Badfelsen erblickte ich die Ruine Hiltenberg auf dem Schlossberg, die ich im weiteren Verlauf der Wanderung besuchen wollte.

Nach längerer Zeit durch unspektakulären Wald erreichte ich den Tierstein mit Blick auf Gosbach und die Autobahn. Ein Junggesellinnenabschied war hier im Gange, ich habe nur kurz die Fotos gemacht und dann ging es nichts wie weiter. So wanderte ich wieder alleine durch den Wald, am Wanderparkplatz Aimer traf ich wieder auf die Zivilisation. Auch hier war an diesem schönen Samstagnachmittag einiges los.

Ich lief nun ein Stück auf einer Straße hinab, bevor die Höhenrunde wieder auf einen Pfad abzweigte. Die nahe A8 war deutlich zu vernehmen. Vor Gosbach zweigte der Löwenpfad ab und führte mich durch Wald und an Obstwiesen vorbei. Da ich die Ruine Hiltenburg noch besuchen wollte, verließ ich an einer Abzweigung die Höhenrunde und wanderte einen unmarkierten Pfad hinauf, bis ich einen Forstweg erreichte und diesem einige Meter folgte. Nach einer Kreuzung war noch ein steilen, aber toller Pfad zu bezwingen, bis ich zur Ruine Hiltenburg gelangte. Zwei Radfahrer machten hier oben eine Pause, ansonsten war es ruhig. Ich erkundete die Anlage, im Südwesten zog sich aber der Himmel dunkel zu – sollte womöglich ein Gewitter aufziehen?

Hiltenburg

Die Hiltenburg wurde zum ersten Mal urkundlich im Jahre 1289 als Amtssitz der Grafen von Helfenstein erwähnt. Ab dem Jahre 1396 diente sie als Hauptwohnsitz der Helfensteiner. Auf Anordnung von Herzog Ulrich von Württemberg wurde die Burg im Jahre 1516 zerstört und nicht wieder aufgebaut. In der zweiten Hälfte der 1970er Jahre wurden die Mauerreste gesichert.

Nach dem Abstieg zur Kreuzung folgte ich dem Wegzeichen des Albtraufgängers um den Berg herum abwärts, das mich wieder zur Höhenrunde brachte. Nun war es nicht mehr weit bis Bad Ditzenbach und zum Ausgangspunkt der Tour.

Fazit

Wie der Name schon aussagt, führt die Wanderung auf der Höhe entlang und bietet immer wieder schöne Ausblicke in das obere Filstal. Die Hiltenburg gegen Ende der Wanderung ist auf jeden Fall ein Besuch wert.

Leider war der GPS-Track, den man von der Website herunterladen konnte, (ebenso wie die Karte) nicht aktuell, die Wegführung im letzten Drittel war komplett anders: Der Track führte nicht hinab nach Gosbach, sondern blieb auf der Höhe, so dass die Hiltenburg nicht weit entfernt ist und sich der Abstecher im Rahmen halten sollte. Vor Ort (als ich dann bemerkt habe, dass der Track nicht stimmte) überlegte ich dann, wie es am geschicktesten wäre, den Abstecher zur Hiltenburg einzuplanen. Schließlich lief ich dann am Ende erneut bergan.

Einige Tage nach der Wanderung habe ich das Landratsamt Göppingen angeschrieben, um auf die Diskrepanz zwischen Website und der Wegführung in der Natur hinzuweisen. Nach weiteren Tagen kam dann die Antwort, dass die Route aktuell ummarkiert wird. In Zukunft wird das unattraktive Teilstück an der Straße entlang wegfallen und der Abstecher vom Löwenpfad zur Hiltenburg soll nur noch 200 Meter betragen.

Karte, Höhenprofil und GPS-Track

Länge: 13,6 km, An-/Abstieg: 460 m