Kleiner Latschigfelsen

Hohlohturm und Latschigfelsen

Ende Dezember führt mich diese Wanderung in den Nordschwarzwald nach Forbach im schönen Murgtal. Man gelangt dorthin mit der S-Bahn bequem von Karlsruhe aus. Startpunkt der Runde ist der Bahnhof in Forbach. Dort steht bereits ein Wegweiser, zu Beginn weist die blaue Raute den Weg Richtung „Holzbrücke/St. Anton”. Die Holzbrücke, die man wenige Minuten später erreicht, ist das Wahrzeichen von Forbach.

Historische Holzbrücke Forbach

Im Jahre 1570 zerstörte ein Hochwasser die einzige Brücke über die Murg in Forbach. Daraufhin wurde die Brücke wieder errichtet, der Bau einer hochwassersicheren Brücke wurde jedoch immer dringlicher. Es dauerte jedoch über 200 Jahre bis eine entsprechende Brücke erbaut wurde, im Jahre 1778 wurde die neue überdachte Holzbrücke dem Verkehr übergeben. Überquerte man die Brücke wurde ein Brückenzoll fällig, der für den Unterhalt der Brücke verwendet wurde. 1954 wurde diese wegen Baufälligkeit abgebaut und ein Jahr später originalgetreu neu errichtet.

N 48° 40.664', E 8° 21.682'

Es geht weiter der blauen Raute nach, auf einem Felsenpfad unterhalb der Kuckucksfelsen vorbei in das Sasbachtal. Ab einem Angelteich führt der Weg steil hinauf nach St. Anton, einem ehemaligen Forsthaus. Unterwegs umfing mich Stille, ab und zu zwitscherte ein Vogel und ein rauschender Bach war zu hören. Der Namensgeber, der heilige Antonius, steht etwas oberhalb der Kreuzung am Waldrand. Es geht nun mit der gelben Raute auf einem breiten Forstweg zur Wegspinne am Toten Mann. Die Hütte lädt zur Rast und zum Verweilen ein, ein Hüttenbuch liegt aus. Da das Thermometer jedoch 0 Grad zeigte, ging es auch nach wenigen Minuten weiter.

Am Toten Mann

Im 18. Jahrhundert wurde versucht, mit der aufkommenden Industrialisierung die Erzversorgung der bestehenden Eisenhütten zu verbessern. In den folgenden Jahrzehnten entdeckte man immer wieder Erzvorkommen, in die man Stollen trieb, um den Rohstoff abzubauen – was allerdings nicht von Erfolg gekrönt war. Die stillgelegten Stollen werden in der Bergmannsprache „Toter Mann” genannt und haben vermutlich der in der Nähe der Schürfversuche liegenden Wegkreuzung ihren Namen gegeben.

N 48° 39.713', E 8° 24.991'

Der Weg führt nun eben auf dem Mittelweg (rote Raute mit weißem Balken) Richtung „Prinzenhütte”, ein schöner Pfad, teils mit Heidekraut bewachsen. Hier kämpfte sich langsam die Sonne durch den Nebel, ab und zu gab es ein blaues Fleckchen am Himmel zu sehen. An der Prinzenhütte entschloss ich mich, einen Abstecher zum Hohlohturm zu machen, der nicht weit entfernt ist. Nach dem Aufstieg umfing mich erst einmal Nebel, von Ausblick keine Spur. Eiskristalle setzten sich an den Kanten des Turms fest. Da es doch recht frisch dort oben war ging es wieder hinab. Doch kurz darauf kämpfte sich die Sonne wieder durch, also ging es noch einmal den Turm hinauf und diesmal war sogar mehr zu erkennen, auch wenn sich die umliegenden Berge noch versteckten.

Hohlohturm

Der Hohlohturm (auch Kaiser-Wilhelm-Turm genannt) wurde als Nachfolger des vorherigen Holzturm im Jahre 1897 vom Schwarzwaldverein errichtet. 1968 wurde er wegen des hohen Baumbewuchses um 6,4 Meter erhöht. Der Blick reicht von den Vogesen, über den Pfälzerwald und den Odenwald bis zur Schwäbischen Alb. Bei sehr guter Sicht sind auch einige Gipfel der Schweizer Alpen zu erkennen.

N 48° 42.592', E 8° 24.942'

Wieder zurück an der Prinzenhütte führt die Tour mit der roten Raute des Westwegs Richtung „Latschigfelsen/Forbach”. In der Zwischenzeit setzte sich immer mehr die Sonne durch und an der Hütte am Draberg schweifte mein Blick über das untere Murgtal bis zum Merkurgipfel bei Baden-Baden. Der nächste Höhepunkt war dann der Pavillon auf dem Großen Latschigfelsen. Hier kann man erneut den grandiosen Aussicht in das Murgtal genießen. Ein Stück den Pfad hinab führt ein Abstecher zum Kleinen Latschigfelsen mit Gipfelkreuz und Blick auf Forbach und die tiefstehende Wintersonne.

Es geht nun stetig abwärts, man merkt nun, wieviel Höhenmeter es zu Beginn der Tour eigentlich hinauf ging. Unterwegs trifft man auf Kreuze eines Kreuzwegs, der von der kaholischen Jugendgemeinde Forbach eingerichtet wurde. Der Weg führt schließlich aus dem Wald heraus. Am Hexenbrunnen entschied ich mich dann, dem historischen Westweg nach Gausbach zu folgen. Am Ortsrand von Gausbach, kurz vor dem Bahnhof in Forbach, passiert man noch das Murgtaltor, in dem der Westweg beschrieben wird. Am Bahnhof von Forbach endet auch wieder diese Wanderung.

Die Wanderung ist 21,4 km lang und man erklimmt dabei etwa 765 Höhenmeter. Etwas Ausdauer und Kondition sollte also schon vorhanden sein. Eine Einkehr ist unterwegs nicht möglich, daher ist die Mitnahme von Proviant unerlässlich.

Karte, Höhenprofil und GPS-Track

Länge: 21,4 km, An-/Abstieg: 765 m